RV Emscher packt den Hammer aus

Platz drei: Die Crew des Emscher-Hammers jubelt.
Platz drei: Die Crew des Emscher-Hammers jubelt.
Foto: Alexander Pischke

Mit gemischten Gefühlen waren die Ruderer des Emscher-Hammers nach Rüdersdorf bei Berlin gefahren. Dort packten die Athleten der Renngemeinschaft aus RV Emscher Wanne-Eickel und Ruderclub Hamm, diesmal mit einer reinen Wanne-Eickeler Crew am Start, aber den Hammer aus.

Dass es für die Regatta auf dem Kalksee personelle Probleme für den Achter von Rhein-Herne-Kanal geben würde, war länger bekannt. Aber Trainer Frank Wustmann konnte letztlich prominenten „Ersatz“ aufbieten. Eine Woche nach der U23-Weltmeisterschaft im italienischen Varese übernahm René Stüven den Rollsitz im Bug, und auch im Maschinenraum, auf Position sechs, hatte der Emscher-Hammer gut aufgerüstet. Gregor Hauffe, dreimaliger Weltmeister mit dem Deutschland-Achter und eigentlich nur noch als Fitness-Coach für die Mannschaft zuständig, nahm den Riemen selbst in die Hände und durfte sich mit seinen Mannschaftskameraden und Steuerfrau Hannah Bornschein über einen unerwarteten Erfolg freuen.

Erstes Edelmetall seit zwei Jahren

Denn eine Überraschung war es schon, dass sich der Emscher-Hammer in Rüdersdorf die Bronzemedaille sicherte. Die Renngemeinschaft fand auf dem Kalksee zur alten Topform der ersten Bundesligajahre zurück und belegte in einem famosen Husarenritt vor Gastgeber Rüdersdorf den dritten Platz. Für beide Teams bedeutete dies Saisonbestleistung, und entsprechend groß war der Jubel in beiden Booten. Insbesondere die Heimmannschaft des SecuInfra-Achters wurde frenetisch und lautstark im „Kessel am Kalksee“ gefeiert.

Nicht weniger groß war die Freude bei den Wanne-Eickelern. „Dies ist das erste Edelmetall für den Emscher-Hammer seit zwei Jahren, und ich bin sehr stolz auf unsere Mannschaft. Die Durststrecke seit 2012 war lang und hart, aber das Team hat immer darauf vertraut, dass sie die Qualität, die sie haben, auch wieder in Bootsgeschwindigkeit umsetzen können. Das hat mit dem entsprechenden Teamgeist in Rüdersdorf hervorragend funktioniert“, so ein zufriedener Trainer Frank Wustmann.

Im A-Finale kam es zum Traumduell der aktuell besten beiden Ruderachter in der Clubszene: Der Deutsche Meister und fünfmalige Ligachampion Crefelder Ruder-Club startete gegen die Frankfurter RG Germania. Frankfurt hatte bereits im Vorjahr über Krefeld triumphiert und auch das Zeitfahren am Renntag für sich entschieden. Mit dem entsprechenden Selbstvertrauen gingen die Mainhessen dann das fünfte Rennen des Tages gegen Krefeld an und hatten den Bugball von Anfang an vorne. Mit einem kraftvollen Start-Ziel-Sieg gewannen die Ruderer um Schlagmann Daniel Ohl de Mello nicht nur die Tageswertung, sondern holten sich von Meister Krefeld auch das Gelbe Trikot und die Tabellenführung zurück.

Der Emscher-Hammer hatte zuvor im Viertelfinale gegen Frankfurt mit einer knappen Sekunde Rückstand verloren und musste im Halbfinale den Krefeldern hauchdünn mit vier Zehntelsekunden den Vortritt lassen.

 
 

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