Revier-Achter hält Kurs auf Berlin

Im Halbfinale musste sich der Emscher-Hammer in Leipzig
Im Halbfinale musste sich der Emscher-Hammer in Leipzig
Foto: Pischke (frei zur Veröffentlichung)

Noch sind die beiden besten deutschen Achter ein paar Zehntel entfernt, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Beim vierten und vorletzten Renntag der Ruder-Bundesliga ließen die starken Jungs von RV Emscher Wanne-Eickel und RC Hamm ihren Worten Taten folgen und rückten den beiden Topfavoriten aus Frankfurt und Krefeld noch ein Stückchen näher auf die Pelle. Auf der 350m langen Sprintstrecke auf dem Leipziger Elsterflutbett bestätigte der „MySugardaddy Emscher-Hammer“, so der neue Name, seinen dritten Platz von Münster, stand bei der Siegerehrung erneut auf dem unteren Treppchen und liegt damit voll auf Kurs Richtung Berlin, wo Ende September die Rowing Champions League ausgetragen wird.

„Es ist alles super gelaufen“, freute sich Trainer Gregor Hauffe über die guten Nachrichten aus Leipzig. Selbst war der mehrfache Weltmeister und junge Vater nicht mit in die sächsische Landeshauptstadt gefahren. Aber was ihm berichtet wurde, bestätigte nur seine Eindrücke aus dem Training. „Das neue Boot geht richtig ab, kein Vergleich mehr zum weißen Wal“, wusste Hauffe schon vor dem ersten Schlag.

Das neue Boot geht richtig ab

„Die Jungs waren schon im Training auf dem Kanal Feuer und Flamme und sind voll engagiert und mit viel Power aufs Wasser gegangen“, so der Trainer. Und diese Lust auf Leistung war auch auf der Elster zu spüren. Gleich im wichtigen Zeitrennen verschafften sich die von Marie Knipfer gesteuerten Revierrecken mit der viertbesten Zeit jede Menge Respekt – und zugleich eine gute Ausgangsposition. Gerade die Startphase verlief optimal. Hier hatte der Emscher-Hammer in der Vergangenheit oft Zeit liegen lassen, weil der „weiße Wal“ doch etwas behäbiger in die Gänge kam.

Mit dem neuen Schiff aber hat sich dieses Problem erledigt, wie auch die weiteren vier Läufe bewiesen. Stets kamen Schlagmann Filip Adamski und seine Crew flott weg und schoben ihre Bugspitze sofort ein paar Meter nach vorn. So wie im Achtelfinale, in dem sich der Hammer schon mit den ersten Schlägen vom Sprintteam Mülheim absetzte und schließlich mit einer halben Länge Vorsprung abgeläutet wurde.

Hatte der Emscher-Hammer bereits in dieser Runde die beste Zeit aller 14 Boote erzielt, so wiederholte er dieses Kunststück im Viertelfinale. In einem engen Bug-an-Bug-Kampf rangen Adamski und Co. den starken Dole-Achter aus Hamburg knapp nieder und hatten damit einen Platz unter den ersten Vier sicher. Das Ziel, Rang drei in der Gesamtwertung zu sichern, war bereits erreicht. Jetzt ging es darum, den Topteams zu Leibe zu rücken.

Und dafür kam der nächste Gegner gerade recht. Aber die Frankfurter RG Germania, mit zwei Tagessiegen und einem zweiten Platz als Spitzenreiter nach Leipzig gekommen, verpasste dem hoch motivierten Rivalen aus dem Ruhrgebiet dann doch einen kleinen Dämpfer. „Frankfurt war doch noch ein Stück zu stark“, gab Hauffe zu. Zwar fühlte der Emscher Hammer dem Topfavoriten gehörig auf den Zahn, doch der hielt Stand und fuhr mit knapp acht Zehnteln Vorsprung ins Ziel.

Während sich Frankfurt später im Finale dem Abonnementsmeister Crefelder RC beugen musste, sicherte sich der Emscher-Hammer mit einem Sieg über das Team Lombardium Hamburg den dritten Platz. Damit hat das Hauffe-Team Platz drei in der Gesamtwertung ausgebaut und liegt nun acht Punkte vor Lombardium Hamburg. Das sollte reichen, um beim Saisonfinale auf der Hamburger Binnenalster (12.9.) die erstmalige Champions-League-Teilnahme sicherzustellen.

 
 

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