Reimann sieht den SC Westfalia auf Kurs

Wolfgang Volmer
Recht zufrieden ist SCW-Trainer Uli Reimann mit der Entwicklung seiner jungen Mannschaft. Der Klassenerhalt ist und bleibt sein erklärtes Saisonziel.
Recht zufrieden ist SCW-Trainer Uli Reimann mit der Entwicklung seiner jungen Mannschaft. Der Klassenerhalt ist und bleibt sein erklärtes Saisonziel.
Foto: WAZ FotoPool

Die Erde dreht sich weiter. Das „Apokalypse-Blau-Event“ gegen die SG Wattenscheid 09 war zwar nicht der letzte Auftritt des SC Westfalia vor dem Weltuntergang, wohl aber das letzte Herner Oberligaspiel des Jahres 2012. Die folgenden Partien fielen aus und werden am 3. (gegen A. Bielefeld II) bzw. 10. Februar (in Hamm) nachgeholt. Als Tabellenzwölfter ging der SCW in eine kurze Winterpause. Wenige Stunden vor dem Trainingsauftakt am Dienstag stellte sich Trainer Uli Reimann (49) den Fragen dieser Zeitung.

Werden Sie heute Abend ihren kompletten Kader sehen? Werden auch neue Gesichter dabei sein?

Reimann: Es werden alle da sein, und es haben sich auch zwei, drei Probespieler bei mir telefonisch angemeldet. Den Bruder von Marcel Tost, der in Hillerheide spielt, will ich mir mal ansehen. Nächsten Dienstag kommen noch zwei Stürmer, von denen einer mal bei Fortuna Köln gespielt haben soll. Und dann hat auch noch ein Zehner angefragt, den ich sofort nehmen würde, wenn das realisierbar ist.

Sehen Sie die Westfalia gut genug aufgestellt, um die Saisonziele zu erreichen?

Ja. Ich denke, wir kommen mit dem Kader aus, er umfasst ja immer noch 22 oder 23 Leute. Der Weggang von Maik Liedtke ist natürlich schmerzlich, weil er ein super Innenverteidiger ist, der immer seine Leistung gebracht hat. Aber mit Planhof haben wir da einen Topmann, und mit Torben Reimann und Kraska sind wir so variabel, dass wir auch bei einer Verletzung noch gut besetzt sind.

Liegt der SCW kurz vor Abschluss der Hinrunde auf Kurs? Platz zwölf ist ja im Rahmen dessen, was Sie als Saisonziel ausgegeben haben.

Doch, schon. Wenn mir einer vorher gesagt hätte, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt auf Platz zwölf stehen, hätte ich das sofort abgezeichnet. Allerdings werden wir auch den Blick nach unten nicht verlieren, immerhin hat der Letzte auch schon 13 Punkte. Das ist also richtig eng. Wichtig ist, dass keine entscheidenden Spieler langfristig ausfallen. Ich denke da an Planhof, Johns, aber auch an Marc Schröter, der sich als Jungjahrgang gut etabliert hat.

Was war bislang gut?

Gut war, dass wir keine richtigen Klatschen bekommen haben. Auch wenn wir verloren haben, blieben die Ergebnisse im Rahmen. Gut war auch, dass wir gegen Mannschaften aus dem oberen Tabellenbereich zuhause ordentlich gepunktet haben. Mit der Heimbilanz kann ich absolut zufrieden sein.

Und was war schlecht?

Dass wir Mannschaften, die unter uns standen und zum Teil schon fast abgeschlagen waren, durch schwache Leistungen selbst wieder aufgebaut und herangeführt haben. So wie Dornberg und Neunkirchen, wo wir wirklich nicht gut gespielt haben. Diese Mannschaften hätte ich gerne schon deutlicher auf Abstand gehalten.

Was erwarten Sie vom weiteren Saisonverlauf?

Ich hoffe, dass wir uns noch mehr ins Tabellenmittelfeld vorschieben, zwei, drei Plätze sind vielleicht noch möglich. Und ich hoffe, dass die jüngeren Spieler vom Verletzungspech verschont bleiben. Gerade der 93-er Jahrgang hat gezeigt, dass da noch einiges zu erwarten ist, die Leistung passte schon. Und ich hoffe, dass es keinen Einbruch gibt, wenn jetzt in der Rückrunde mit den vielen Spielen die Belastung weiter steigt. Größere Formschwankungen, wie sie bei jungen Mannschaften vorkommen, müssen wir vermeiden.

Hat das Einfluss auf die Trainingsgestaltung in den nächsten Wochen? Wie sieht konkret die Arbeit in der Vorbereitung aus?

Es ist ja so, dass wir mehr über das Konditionelle kommen. Das war unsere Stärke, weshalb wir in der zweiten Halbzeit meist besser waren als in der ersten. Auf die Konditionsarbeit werden wir auch in dieser Vorbereitung ein Schwergewicht legen. Aber wir wollen auch sehen, dass wir im Spielerischen vorankommen, dass wir schneller umschalten, mit möglichst wenig Kontakten spielen und vorne die Kombinationen zustande bringen, die zum Torabschluss führen.

Wissen Sie schon, ob Sie den vor anderthalb Jahren mit einem großen Umbruch begonnenen Neuaufbau in der nächsten Saison fortsetzen? Ist das von Voraussetzungen wie dem Klassenerhalt oder finanziellen Rahmenbedingungen abhängig?

Ich hoffe, dass der Vorstand das Finanzielle stemmen kann und noch den einen oder anderen Sponsoren gewinnt. Ziel muss es sein, den Herner Jugendstil weiterzuführen, zumal wir in der A-Jugend drei, vier Talente haben, denen ich sofort den Sprung in die Mannschaft zutraue. Zwei oder drei lassen wir auch hoch schreiben, falls sich zeigt, dass die A-Jugend doch nicht in die Bundesliga aufsteigen kann.

Was wünscht sich der Trainer Reimann für das neue Jahr?

Dass wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Und dass dieses Thema möglichst vor dem letzten Spieltag erledigt ist, möglichst schon Mitte Mai. Denn die Liga ist sehr ausgeglichen, von Platz zehn bis zum Letzten kann es jeden erwischen.