Reimann fordert Leidenschaft

Wolfgang Volmer
Foto: Walter Fischer

Seit viereinhalb Monaten, seit dem 1:1 in Ennepetal am 18. November, hat sich nichts mehr getan auf dem Punktekonto des SC Westfalia. Allerhöchste Zeit, das zu ändern. Findet auch Trainer Uli Reimann, der vor dem heutigen Heimspiel gegen die U23 des DSC Arminia Bielefeld (18 Uhr, Abisol-Arena, Schloss) nur einen Wunsch hat. „Wir sollten schon sehen, dass wir Punkte hier behalten.“ Am besten alle drei.

Von der Heimstärke, die sein junges Team in der Hinrunde zeitweise ausstrahlte, war zuletzt allerdings wenig zu sehen. Weder beim apokalyptischen 1:3 gegen Wattenscheid Anfang Dezember noch beim 0:3 gegen Roland Beckum vor zehn Tagen erreichten die Herner Oberliganiveau. Und so wundert es wenig, dass sie inzwischen auf Platz 16 abgerutscht sind und sich trotz etlicher Nachholspiele auf einen langen Abstiegskampf einstellen müssen.

Technische und taktische Defizite muss man den Hernern wegen der suboptimalen Trainingsbedingungen der letzten Monate sicher nachsehen. Umso drängender fordert ihr Trainer die Basistugenden ein. „Wir müssen über die läuferische Schiene kommen, müssen Willen zeigen, Leidenschaft und Kampf einbringen.“ Nur dann, so Reimann, könne sich der SCW mit anderen Oberligisten messen.

Die Arminen, mit 29 Punkten aus 17 Spielen derzeit auf Rang sieben, stellen eher gehobenes Oberligaformat dar. „Bielefeld hat neben uns die wenigsten Spiele absolviert. Rechnet man das hoch, kratzen die an Platz drei oder vier“, erwartet Reimann einen starken Gegner. Häufig kann DSC-Coach Daniel Scherning, dessen Assistent Carsten Rump auch als Abwehrchef auf dem Platz fungiert, Spieler aus dem Drittliga-Kader einbauen. So zählen Olcay Turhan (6) und Stefan Langemann (4) zu den erfolgreichsten Torschützen der Arminia-Reserve. „Oft sind es diese Profis, die den Unterschied ausmachen“, weiß Reimann.

Furcht flößen ihm diese Namen aber nicht ein. Zumal er fast aus dem kompletten Kader schöpfen kann. Fehlen werden Samed Sazoglu (Sperre), Robert Hansmann (Fieber) und Robin Gallus, der aus disziplinarischen Gründen eine Denkpause erhält. Für ihn soll der A-Jugendliche Semih Güler die linke Seite dicht machen. Ansonsten will Reimann die Elf aufbieten, die beim Pokalsieg in Horsthausen vieles richtig machte.