Pokalwahnsinn in Horsthausen

Zwei Tore erzielt, trotzdem nicht gewonnen: Flo Drews, der auch hier den Ball behauptet, konnte Horsthausens Aus nicht verhindern.
Zwei Tore erzielt, trotzdem nicht gewonnen: Flo Drews, der auch hier den Ball behauptet, konnte Horsthausens Aus nicht verhindern.
Foto: FUNKE Foto Services
Im ersten Spiel unter Christian Knappmann führte der SC Westfalia schnell mit 2:0, doch Außenseiter Horsthausen drehte das Spiel – aber auch Westfalia kam zurück.

SpVgg Horsthausen -
SC Westfalia Herne 4:5

Tore: 0:1 Onucka (5.), 0:2 Yavuz (22.), 1:2 Drews (23.), 2:2 Kruckow (32.), 2:3 Kaya ((48.), 3:3 Drews (56.), 4:3 Kruckow (63.), 4:4 Ferati (71./FE), 4:5 Yavuz (85.).
SpVgg: Hug – Taskas (54. Taskas), Barsnick, Balci (85. Mosemann), Herbst - Gerresheim (69. Jakob), Schulz, Dursun - Kattner, Drews, Kruckow.
SCW: Raab – Kilic (35. Ayaz), Kücukyagci, Klaas (65.), Horneffer - Onucka, Zaskoku, Ferati - Kusakci, Kaya - Yavuz.

Was für ein Spektakel. Die SpVgg Horsthausen und der SC Westfalia zeigten am Mittwochabend offene Visiere, neunzig Minuten Tempo, neun Tore – am Ende jubelten der SCW und Trainerdebütant Christian Knappmann: „Es war ganz viel Tempo im Spiel gegen einen Gegner, der alles andere als Bezirksliganiveau hatte. Ich bin hochzufrieden mit der Art und Weise, wie wir Bälle erobert und umgeschaltet haben, Kompliment an meine Jungs.“

Als erste Amtshandlung setzte Spielertrainer Knappmann sich selbst auf die Bank, beziehungsweise auf einen Gartenstuhl daneben und guckte sich das Geschehen von außen an. Was er sah, gefiel ihm: Sein Team übernahm das Kommando, mit dem ersten Abschluss erzielte Marco Onucka vom linken Strafraumeck das 1:0. Zaskokus Versuch zu erhöhen wurde von Kevin Hug im SpVgg-Tor entschärft. Das übernahm dann Gökhan Yavuz, der nur den Fuß reinhalten musste, nachdem Enes Kaya sich stark über links durchgesetzt und geflankt hatte.

„Wir sind brutal gut angefangen, waren hochdominant“, fand Knappmann – doch die zwei Klassen tiefer beheimatete SpVgg lebte noch. Flo Drews zog von der Strafraumkante ab, seinen Rechtsschuss wehte der Rückenwind unhaltbar für Marvin Raab ins linke Eck. Jetzt war es ein offener Schlagabtausch: Drews scheiterte aus der Drehung an Raab, dann fiel Kaya im Laufduell, bekam aber keinen Strafstoß. Neun Minuten nach dem 1:2 glich Dennis Kruckow aus, donnerte eine Schulz-Flanke aus kurzer Distanz mit aller Gewalt unter die Latte.

Kayas perfekter Schlenzer in den Winkel brachte Westfalia nach dem Seitenwechsel wieder in Front, aber Drews und Kruckow drehten das Spiel für die Hausherren. 4:3 gegen Westfalia, grenzenloser Jubel.

Doch auch die Gäste zeigten Nehmerqualitäten: Kruckow stellte sich im Zweikampf mit Onucka im Strafraum ungeschickt an, Ferati verwandelte den fälligen Strafstoß. Und nach einem eklatanten Ballverlust im Spielaufbau drehte Yavuz das Spiel erneut, fünf Minuten vor Schluss war Westfalia wieder vorne.

Horsthausen stürmte wütend, Kruckow und Drews verpassten nach einer Flanke von Kattner aber den Ausgleich – Ende. Westfalia feiert den Halbfinaleinzug und den ersten Sieg unter Knappmann, der zufrieden Fazit zog: „Dass wir ein paar alte Phänomene zeigen, ist verständlich. Man kann nicht an einem Tag alle Stellschrauben richtig drehen. Aber das Hauptziel haben wir erreicht.“ Gegenüber Marc Gerresheim freute sich nicht wirklich: „Wir haben einem Westfalenligisten ein Spiel auf Augenhöhe geliefert. Wir sind nach 0:2 zurückgekommen. Wir hatten die Chancen zum 5:5. Aber das gute Spiel hilft uns nichts, wir sind raus – heute Abend sind wir einfach enttäuscht.“

 
 

EURE FAVORITEN