Ordentliche Visitenkarte

Packendes Finish: Der Vierer um Schlagmann Konstantin Hermes (oben links) setzt sich hauchdünn gegen die Crew aus Ungarn durch.
Packendes Finish: Der Vierer um Schlagmann Konstantin Hermes (oben links) setzt sich hauchdünn gegen die Crew aus Ungarn durch.
Foto: meinruderbild.de/Maren Derlien

Die Bedingungen waren widrig, die Ergebnisse jedoch zufriedenstellend. Bei der mit 1300 Teilnehmern aus 17 Nationen gut besetzten Internationalen Hügel-Regatta auf dem Essener Baldeneysee hinterließen die Ruderer des RV Emscher Wanne-Eickel eine ordentliche Visitenkarte. Konstantin Hermes gelang sogar ein Doppelsieg, Rene Stüvens bestes Ergebnis war ein dritter Platz im Vierer „ohne“.

In jedem Fall haben die heimischen Athleten nach den Deutschen Kleinbootmeisterschaften im April nun in Essen auch international die Weichen stellen können. Die Leistungen und Ergebnisse geben Anlass zur Hoffnung, dass der Klub vom Westhafen auch 2013 wieder die U23-Weltmeisterschaften ansteuern darf. Mit zwei Teilnehmern. Das ist der Plan.

Schlagzahl hochhalten

Essen war ein guter internationaler Einstieg, doch in den nächsten Wochen kann sich noch einiges tun. Da steht noch ein Zweier-Test an, da gibt es noch Anfang Juni die Internationale Regatta in Ratzeburg. Die Sportler müssen die Schlagzahl hochhalten, um einen der begehrten Rollsitze im Nationalteam zu ergattern.

Konstantin Hermes hat sich aber mit seinem Doppelsieg in Essen schon sehr gut behauptet. Viel wichtiger als der knappe Sieg am Samstag im Leichtgewichts-Vierer „ohne“ mit Jannik Olsson, Jonas Kilthau und Sven Keßler über Ungarn und Österreich war noch der Erfolg im leichten Zweier am Sonntag. „Dadurch haben wir uns erst einmal gut im Feld positioniert“, sagt Konstantin Hermes: „Und wir haben gezeigt, dass wir bei schlechten äußeren Bedingungen unsere Leistungen abrufen können.“

Wobei wieder Konkurrenz hinzukommt: Can Temel und Torben Neumann haben als aktuell bester Leichtgewichts-U23-Zweier ihren Ausflug in die offene Klasse beendet und bietet sich wieder für die U23-Rollsitze an.

Irreguläre Bedingungen

Es dürfte also beim nächsten internen Test spannend werden, zumal Hermes/Olsson in Duisburg nicht auf Temel/Neumann trafen. „Wenn man nebeneinander liegt, ist das eine völlig andere Situation“, so Hermes. Danach dürfte sich entscheiden, ob der Vierer von Essen weiter zusammen fährt – es ist ja die WM-Besetzung von 2012 – oder ob Temel/Neumann integriert werden.

In der offenen Klasse setzte U23-Stützpunkttrainer Peter Thiede (Dortmund) verstärkt auf den Vierer „ohne“ und sah den Achter am Sonntag erst einmal als Zugabe an. Da Wind und Hagel für extreme Bedingungen auf dem Baldeneysee gesorgt hatten, waren einige Rennen förmlich vom Winde verweht. So bezeichnete Thiede die Bedingungen am Sonntag im Vierer-Rennen von Rene Stüven als absolut irregulär. Nur so sei es auch zu erklären, warum der Vierer nicht annähernd an seine Leistung vom Samstag herankam. „Die lagen komplett quer und ich dachte schon, die kentern“, meinte Thiede: „Nach den beiden Krebsen hatten wir keine Chance mehr.“

Dafür ließ sich die Leistung am Samstag sehen. Sieger wurde die Renngemeinschaft aus dem Norden vor Berlin/Herdecke. Dahinter positionierten sich mit deutlichem Abstand zu den weiteren Booten nach hinten Rene Stüven, Carl Moritz Reinke, Alexander Thierfelder und Matthias Hörnschemeyer. Daran knüpften Stüven und Co. am Sonntag im Vorlauf nahtlos an, siegten sogar mit der besten Zeit. Dann folgte jedoch die Ernüchterung im Finale, als der Sturm aufkam. Im Achter wurde es zum Abschluss der Regatta noch Platz vier.

 
 

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