Olympia bleibt in Reichweite

Constanze Siering (r., mit Kathrin Marchand) vom RV Emscher Wanne-Eickel ruderte sich in Köln in den engsten Kreis derer, aus denen jetzt der deutsche Frauenachter gebildet werden soll. Foto: MeinRuderbild.de
Constanze Siering (r., mit Kathrin Marchand) vom RV Emscher Wanne-Eickel ruderte sich in Köln in den engsten Kreis derer, aus denen jetzt der deutsche Frauenachter gebildet werden soll. Foto: MeinRuderbild.de
Foto: Detlev Seyb

Nach dem Kleinboottest in Köln bleiben die Wanner Ruderer im Rennen. In diesen Tagen entscheidet sich, ob der sechstplatzierte Gregor Hauffe zum vierten Mal in Folge einen Rollsitz im Deutschlandachter erobert und damit stramm Kurs Olympia nehmen darf und ob Constanze Siering mit dem Frauen-Achter die Olympia-Qualifikation Mitte Mai angehen wird.

Donnerstag wird Trainer Ralf Holtmeyer den Deutschlandachter im Bundesstützpunkt Dortmund vorstellen, und Gregor Hauffe hofft, dass ihn seine seit 2009 konstant guten nationalen und internationalen Leistungen erneut ins Paradeboot des Deutschen Ruderverbandes hieven werden. Doch nach dem sechsten Platz von Köln mit Partner Florian Mennigen muss er zittern. „Ganz so entspannt bin ich nicht“, sagt Hauffe, der sich im Finale noch gerne ein, zwei Plätze nach vorne geschoben hätte. „Dann wäre die Ausgangslage eine bessere gewesen.“

Die Sieger Eric Johannesen/Andreas Kuffner und die Zweitplatzierten Richard Schmidt/Kristof Wilke dürften erneut ihren Platz sicher haben. Dass Felix Drahotta/Anton Braun und die überraschend starken Philipp Naruhn/Andreas Sieber sich vor vier weitere Athleten aus dem 2011er Achter geschoben haben (Müller/Reinelt als Fünfte und Hauffe/Mennigen), bringt Bewegung in die Nominierung für den Männer-Riemenbereich, der seine Kandidaten für den Zweier, Vierer und Achter sucht.

Das beste Rennen lieferten Hauffe/Mennigen im Halbfinale von Köln ab, als der Abstand zu den späteren Siegern Kuffner/Johannesen und Braun/Drahotta knapp war. „Vom technischen Zusammenspiel sind wir am Optimum gerudert. Im Finale hätte es besser laufen können.“ Was auch an den äußeren Bedingungen gelegen haben könnte. Denn wegen des aufkommenden Windes wurden die Bahnen neu aufgeteilt und Hauffe/Mennigen rutschten als Halbfinal-Dritte auf die benachteiligten Bahnen. „Das ist aber auch richtig so“, sucht Hauffe nicht nach Ausreden. Nach den Rennen hielt sich Bundestrainer Ralf Holtmeyer gegenüber den Athleten bedeckt, am Montag berieten sich die Trainer in einer Sitzung, und erst am Donnerstag wollen sie ihre Entscheidung bekannt geben, in welcher Formation der Achter über die Weltcups in Belgrad, Luzern und München Kurs auf die Olympischen Spiele in London nehmen soll und wie die beiden anderen Boote besetzt werden. Braun/Drahotta gelten als Favoriten für den Zweier.

Richtig gut lief es für Constanze Siering in Köln. Denn sie hat sich über das Trainingslager in Rostock und die Rennen in Köln einen aussichtsreichen Platz im zwölfköpfigen Frauenriementeam erkämpft, aus dem in diesen Tagen der Achter gebildet wird, der dem Verband bei der Qualifikationsregatta in Luzern nachträglich einen Platz für London sichern soll. Siering saß am Samstag sogar im ersten Achter auf Schlag, der sich deutlich von der zweiten Formation absetzte.

Bei der Langstrecke in Leipzig und im ersten Rennen von Köln waren die Abstände zwischen beiden Booten noch geringer, Siering ruderte in dem überwiegend nach den Zweier-Ergebnissen gebildeten zweiten Achter auf Schlag. Nach der Auswertung der Messbootergebnisse rückte sie ins A-Team und dürfte nach dieser Vorstellung gute Karten haben. „Für mich ist es richtig gut gelaufen“, strahlte Constanze Siering: „Ich hoffe, dass wir schnell erfahren, wie die Besetzung für Luzern aussieht.“ Zwei Plätze sind noch für London frei. Bei der WM 2011 in Bled hatten sich bereits fünf Boote für die Olympischen Spiele qualifiziert – Deutschland hatte das A-Finale verpasst.

 
 

EURE FAVORITEN