Nicht spekulieren sondern punkten

Jo Gernoth
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Ja, es ist ein Endspiel. Westfalia-Trainer Jörg Silberbach sieht die heutige Partie gegen den SV Schermbeck (18.30 Uhr) ohne wenn und aber als ein Endspiel an.

„Wir haben zehn Punkte in dem Zeitraum geholt, in dem Schermbeck einen ergattern konnte. Nach dem Sieg gegen Ennepetal blicke ich hoffnungsvoll auf dieses Spiel. Wir haben es in der Hand“, sagt Silberbach. Auch wenn die Westfalia punktgleich mit den Schermbeckern den Tabellenkeller bevölkert: die Ausgangsposition der Herner ist deutlich besser. „Schermbeck hat mit über 70 Gegentreffern das schlechteste Torverhältnis aller Teams und wir haben immer noch den Joker im Spiel gegen RW Ahlen im Ärmel. Ein Spiel mehr für uns ist auch gleichzeitig eine Chance mehr für uns“, sagt Silberbach.

Der Herner Trainer ist allerdings auch nicht blauäugig und er kennt seinen heutigen Gegenspieler recht gut. „Holger Aden ist ein Trainer, der sein Fach beherrscht. Wir müssen alles geben, um ihn zu schlagen“, so Silberbach. Die Antwort aus dem ländlichen Schermbeck ist gleichermaßen höflich, aber bestimmt. „Wir haben beim Remis gegen Ennepetal 70 Prozent Leistung abrufen können, gegen Wattenscheid 80 Prozent und gegen Herne werden wir an die 100-Marke gehen und gewinnen“, so Holger Aden. Die Sachlage ist also klar: Geschenke wird es heute Abend nicht geben. „Wir haben in den Köpfen der Spieler einiges bewegt. Überhaupt haben sich hier in Herne unheimlich viele Leute engagiert. Schon allein für die müssen wir kämpfen“, sagt Jörg Silberbach. Seine Mannschaft ist auf jeden Fall bereit, einen Heimsieg zu bauen, denn bis auf den angeschlagenen Robert Hansmann ist seine Truppe fit. „Ich hoffe natürlich, dass bei Robert noch etwas geht“, sagt Silberbach, der beim Thema Abstieg nicht nur nach Schermbeck schaut, sondern auch registriert hat, dass im leck geschlagenem Boot auch Dornberg unterwegs ist. Und auch Heven hat den Fisch noch längst nach Land.

„Wir dürfen jetzt nicht spekulieren, sondern wir müssen die Antworten unserer Fragen auf dem Platz geben“, sagt der Trainer. Das die Kulisse im ehrwürdigen Stadion am Schloss Strünkede dabei so etwas wie der zwölfte Mann sein kann, leuchtet wohl jedem Fan der Westfalia ein. Wenn der Schlossgeist beschworen wird, dann könnte sich die Westfalia für eine anstrengende Saison selbst belohnen. Der Verein hat es verdient. Wie sagte ein Spieler des SVS? „Sollen doch Andere absteigen. Herne und wir bleiben drin und liefern uns weiter tolle Derbys“. Der Man hat Recht.