Veröffentlicht inherne-wanne-eickel

Meister der Organisation

Meister der Organisation

73383503-k8VE--656x240@DERWESTEN.jpg
Foto: FUNKE Foto Services

Ausgelassen jubelnde Gewinner. Komplett fokussierte Kämpfer mit ihren Trainern. In Tränen aufgelöste Verlierer. Die ganze Bandbreite an Emotionen ist hier vertreten, im Sportpark Wanne. Wo sonst meist Handball gespielt wird, liegen Judomatten, fünf hervorgehobene Bereiche markieren jeweils die Wettkampffläche. Vier in den Ecken, einer in der Mitte. Zweikämpfe darauf, reges Treiben drum herum, Trainer, Kämpfer, Betreuer aus allen Ecken Deutschlands, von Abensberg bis Rostock, von Berlin bis Mönchengladbach.

Dazwischen viele in hellblauen und schwarz-gelben T-Shirts mit der Aufschrift DSC Wanne-Eickel. Der war am Wochenende Gastgeber der Deutschen U18-Judomeisterschaften. Und zwar ein guter, wenngleich die Judoka aus Herne und Wanne-Eickel sportlich außen vor blieben – Qualifikation nicht geschafft.

Den Video-Beweis gibt es längst

Dafür glänzte der DSC aber wieder durch eine perfekte Organisation, stellte durch jahrelange Erfahrung routiniert ein reibungsloses Event auf die Beine. Organisationschef Volker Gößling war zufrieden: „Es klappt alles, wir haben ja inzwischen schon Erfahrung mit solchen Events.“ Acht oder neun größere Turniere habe der DSC schon ausgerichtet, meist Westdeutsche, aber auch Deutsche Meisterschaften. „Eine Westdeutsche könnten wir aus dem Stand organisieren, so eine Deutsche Meisterschaft ist dann doch noch einmal ein höherer Aufwand.“

Von der technischen Ausstattung her finden die Kämpfe auf einem Top-Level statt. Jeder Trainer hat eine eigene Coaching-Box, insgesamt zehn Flachbildschirme zeigen an, wer gerade wo gegen wen kämpft, wo die Kämpfer herkommen und wie es steht. Die Kampfergebnisse sind im Internet in Echtzeit zu verfolgen.

Drei Kampfrichter pro Kampf, dazu einer auf der Matte und ein Assistent an der Kamera – jeder Kampf wird aufgezeichnet. Bei strittigen Entscheidungen wird schnell und unbürokratisch zurückgespult und nachgeguckt. „Worüber im Fußball jahrelang diskutiert wird, das gibt es bei uns längst – den Video-Beweis“, so Gößling.

Die reibungslose Organisation ist nur dank zahlreicher ehrenamtlicher Helfer möglich, etwa hundert seien es, so Gößling, die rund um das Wochenende fast durchgängig im Einsatz seien. Benedikt Werner zum Beispiel, der an der Tür aufpasst, dass wirklich nur akkreditierte Kämpfer, Trainer und Betreuer die Halle betreten: „Das ist der beste Platz in der Halle. Hier ist immer etwas los und man hat freien Blick auf alle Kämpfe.“ Warum er helfe? „Ich bin seit 18 Jahren im Verein, das ist für mich selbstverständlich.“

Draußen vor der Halle schnappen Holger Hannig und sein Sohn Christopher in einer Wettkampfpause frische Luft, beide sind Kampfrichter. Die beiden kommen aus Hagen, haben mit dem DSC rein räumlich „eigentlich nichts zu tun“, aber: „Wenn der DSC eine Veranstaltung hat und anfragt, sind wir immer dabei.“ Die Veranstaltungen seien bestens organisiert und auf sportlich hohem Niveau.

So sieht es auch Hinnerk Hagenah, DJB-Kampfrichter aus Erlangen: „Der DSC hat das gut organisiert. Und auch was sportlich geboten wird, ist stark.“

Der Herner Nachwuchs sitzt im Eingangsbereich der Halle. Michelle und Lili kämpfen in der DSC-U15, wollen irgendwann sicher auch mal bei einer Deutschen Meisterschaft antreten. Noch sitzen sie aber draußen und verkaufen „Smoothies“, erfrischende Frucht-Shakes. Warum sie hier sitzen? „Normalerweise gibt es auf solchen Turnieren nur Süßigkeiten – wir wollten mit der Mannschaft etwas für gesunde und fitte Ernährung tun. Es macht Spaß, hier mit Freunden zu sitzen.“