Maximale Herausforderung

Wolfgang Volmer
Einsatz fraglich: Kai Forin (r.) hat seit Wochen ein lädiertes Sprunggelenk und braucht dringend mal eine Auszeit.
Einsatz fraglich: Kai Forin (r.) hat seit Wochen ein lädiertes Sprunggelenk und braucht dringend mal eine Auszeit.
Foto: Michael Korte

Auf ein Neues. Zum zweiten Mal in Folge startet der SC Westfalia Herne in einem Heimspiel den Versuch, dem Oberliga-Spitzenreiter Punkte abzuknöpfen. Nachdem das vor anderthalb Wochen beim 0:3 gegen Bielefeld II gründlich schief gegangen ist, soll am Donnerstag (15 Uhr, Abisol-Arena) der SV Rödinghausen dran glauben.

Durch ein 6:0 gegen die Hammer SpVg verdrängte der Aufsteiger aus dem Wiehengebirge die Bielefelder am Sonntag von der Tabellenspitze. Und das ist keinesfalls überraschend. Angesichts eines Etats, der im satt siebenstelligen Bereich liegen soll, zählten Kenner der Szene die Ostwestfalen schon vor Saisonbeginn zu den heißesten Titelanwärtern. Trainer Mario Ermisch, seit Mittwoch 55 Jahre alt und aus seinem Wirken beim Regionalligisten SC Verl auch hierzulande bekannt, hat reichlich Qualität und Erfahrung in seinem Kader. Abzulesen ist das auch am Torverhältnis von 24:5, das den SVR als torhungrigste und – gemeinsam mit Bielefeld – auch abwehrstärkste Mannschaft der Liga ausweist.

Dagegen lässt sich schwer anstinken. Das weiß auch Pietro Perrone, der wie schon beim 1:0-Sieg in Ennepetal seinen urlaubenden „Chef“ Hans Bruch vertritt. „Auch wenn es zum Schmunzeln ist: Wir wollen den Spitzenreiter stolpern lassen“, nimmt Hernes Co-Trainer den Kampf an. Und sieht vor allem seinen Torwart gefordert. „Marcel Johns kann der Mann des Spiels werden. Wenn er den Strafraum bis zum 11m-Punkt beherrscht, die Flanken pflückt und sich keine Unsicherheiten erlaubt, können wir die Null vielleicht lange halten.“

Allerdings droht die zuletzt recht stabile Viererkette gesprengt zu werden. Robin Gallus ist im Training umgeknickt und hat einen dicken Knöchel. „Ich hoffe aber, dass es trotzdem geht“, sieht Perrone für den Linksverteidiger keinen adäquaten Ersatz im Kader. Eher unwahrscheinlich ist der Einsatz des seit Wochen angeschlagenen Kai Forin. Für ihn könnte Robert Hansmann in die Anfangs-Elf rücken. „Robert hat sehr gut trainiert und sich seinen Einsatz verdient“, so Perrone. Die genaue Aufstellung wollte er, ebenso wie die Taktik gegen das 4-4-2-System der Gäste, noch telefonisch mit Hans Bruch abstimmen, um auch die Verantwortung gemeinsam zu tragen.