London oder Litauen

Volle Kraft voraus: Constanze Siering (r.) vom RV Emscher Wanne-Eickel belegte mit Kathrin Marchand aus Leverkusen beim Test auf der Wedau den neunten Platz. Foto: MeinRuderbild.de
Volle Kraft voraus: Constanze Siering (r.) vom RV Emscher Wanne-Eickel belegte mit Kathrin Marchand aus Leverkusen beim Test auf der Wedau den neunten Platz. Foto: MeinRuderbild.de
Foto: Detlev Seyb

Die Olympischen Spiele in London hatte Constanze Siering eigentlich schon abgeschrieben. Jetzt hat die 20-jährige Ruderin vom RV Emscher Wanne-Eickel wieder vage Hoffnungen. Sie gehört zum Kreis der 16 Athletinnen, die sich derzeit um einen Platz im Verbandsachter bemühen.

Nach dem 2000-Meter-Test in Köln Mitte April soll die Entscheidung fallen, welche Frauen die acht Rollsitze einnehmen werden. Doch selbst wenn die zweimalige Junioren-WM-Dritte diese Hürde meistern sollte, gäbe es ja noch ein weiteres Hindernis: Der deutsche Achter muss sich erst noch Mitte Mai in Luzern für die Olympischen Spiele qualifizieren, nachdem er 2011 bei der Weltmeisterschaft in Bled deutlich hinter den Erwartungen geblieben war und die Quotenplätze verpasst hatte.

Seitdem ist Verbands-Cheftrainer Hartmut Buschbacher um einen Neuaufbau in diesem Bereich bemüht, hat den Kreis deutlich vergrößert, um auch jungen Sportlerinnen wie Constanze Siering eine Chance zu geben. Nach der Zweier-Überprüfung am vergangenen Montag, die Siering mit ihrer Leverkusener Partnerin Kathrin Marchand als Neunte abgeschlossen hat, hatte Buschbacher ein Lob parat: „Die Frauen haben über den Winter ihre persönlichen Leistungen erheblich verbessern können. Wir können es im Achter schaffen.“

Constanze Siering macht sich keinen Druck, auch wenn ihr neuer persönlicher Ergometer-Wert von 6:57 Minuten über 2000 Meter Anlass zur Hoffnung gibt: „Die Konkurrenz auf meiner Seite ist besonders stark. Ich gehe an die nächsten Aufgaben locker ran“, sagt sie. Zu verlieren hat die 20-Jährige nämlich nichts: Klappt es mit dem A-Achter nicht, würde sie die laufende Saison wieder auf den U23-Bereich fokussieren. Dann wäre die Jahrgangs-WM in Trakai/Litauen das Ziel.

Mit dem Test in Duisburg ist die Kleinbootphase abgeschlossen. Jetzt geht es darum, die Formation zu finden, die am besten harmoniert. An diesem Wochenende in Leipzig sitzt Siering aufgrund der Zweier-Rangliste zunächst im zweiten Achter, im anschließenden Trainingslager in Rostock soll wieder gemischt werden. Mitte April in Köln fällt nach drei Rennen über 2000 Meter die Entscheidung. Ob es Siering geschafft hat. Und ob der Achter überhaupt in die Olympia-Qualifikation geht

 
 

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