Loch sieht Westfalia auf einem guten Weg

Wolfgang Volmer
Am Ende durfte gejubelt werden: Christian Johns, Robin Gallus, Andreas Pollasch und Semih Güler (v.l.) schafften mit dem SC Westfalia den Klassenerhalt in der Fußball-Oberliga.
Am Ende durfte gejubelt werden: Christian Johns, Robin Gallus, Andreas Pollasch und Semih Güler (v.l.) schafften mit dem SC Westfalia den Klassenerhalt in der Fußball-Oberliga.
Foto: Haenisch / waz fotopool

Sascha Loch verfolgte das dramatische Saisonfinale der Fußball-Oberliga auf der heimischen Couch. „Über Videotext und per Telefon durch Uli Reimann und Pietro Perrone war ich immer informiert“, berichtet der Vorsitzende des SC Westfalia, der erst drei Tage zuvor nach einem Herzinfarkt aus dem Krankenhaus entlassen worden war. Nach dem glücklichen Ende mit dem kaum noch erwarteten Klassenerhalt aber hielt ihn nichts mehr zuhause. „Abends bin ich dann zum Stadion gefahren, wo wir uns zum Abschiedsessen getroffen haben“, erzählt der 45-Jährige. „Das war ja auch keine Belastung, sondern eine Erlösung.“

Vielleicht hilft ihm ja auch das zur schnellen Genesung. Das Rauchen hat Loch mittlerweile aufgegeben, dem Fußball und seinem SCW aber will er treu bleiben. Allerdings, und dafür sieht der Chef seinen „Laden“ nun besser aufgestellt, soll auch die Westfalia künftig mehr Freude als Stress bereiten. „Mit unseren neuen Trainern haben wir uns den Blick von außen geholt, der uns vielleicht vorher gefehlt hat. Dazu haben wir jetzt mit Sportdirektor Uli Reimann und Abteilungsleiter Uwe Heinecke weitere fußballerische Kompetenz“, betont Loch. Selbst könne er zwar Verträge gegenzeichnen; ob ein Spieler aber der richtige für eine bestimmte Position sei, könnten andere besser beurteilen. Ohnehin hat Loch stets den Gesamtverein mit seinem Umfeld im Blick, wenn er über Perspektiven für die Zukunft redet. „Unser Ziel muss es sein, alle Kräfte zu bündeln und die Leute bei der Westfalia zu halten, die sich dem Verein verbunden fühlen.“

Ein Erfolg mit vielen Vätern

Deshalb will er auch nur eine vorläufige Saisonbilanz ziehen. „Zu Ende ist es erst, wenn wir wissen, ob die A-Jugend in die Bundesliga aufsteigt und ob die B2 sich in der Aufstiegsrunde durchsetzt“, so Loch. Insgesamt sieht er den Verein gerade wegen seiner überaus erfolgreichen Jugendteams aber auf einem guten Weg. Und auch die „Erste“ habe ihr Ziel erreicht. „Wir wollten am Ende einen über dem Strich stehen. Dieser Plan ist aufgegangen.“

Für eine so junge Mannschaft, die überwiegend aus Eigengewächsen besteht, ist das sicher ein großer Erfolg. Ein Erfolg, der viele Väter habe. „Unsere treuen Anhänger standen immer hinter der Mannschaft, auch wenn die Ergebnisse keinen Grund zum Jubeln gaben“, zieht Loch den Kreis bewusst groß. Dafür wolle man sich für das erste Heimspiel der Saison ein besonderes Dankeschön einfallen lassen. Sein Dank gelte auch allen Ehrenamtlichen, die sich bei Bau und Betrieb des neuen Vereinsheims „Tilkowski“, bei Jugendspielen, der Stadion-Renovierung, an den Kassen, beim Catering und an anderen Stellen eingesetzt haben. „Ein Dank geht auch an Mannschaft, Trainer und Betreuer, die alle sehr geduldig waren. Es ist kein Geheimnis, dass die Jungs wegen der ganzen Spielausfälle im Winter öfters auf ihr Geld warten mussten. Aber sie alle standen zur Westfalia.“

Den eingeschlagenen Weg wollen die Herner fortsetzen und ihrem Jugendstil treu bleiben. Dennoch werde es einen Umbruch geben. „Zu etwa 50 Prozent“, schätzt Loch, werde der Kader ausgetauscht. „Einige wollen weg, einige passen nicht mehr. Es muss auch neuer Wind rein“, bleibt der Vorsitzende ziemlich unkonkret. Noch seien die Gespräche nicht abgeschlossen. Geführt werden sie, in Abstimmung mit Trainer Jörg Silberbach, der auf Mallorca urlaubt, von Uli Reimann und Uwe Heinecke. Den einen oder anderen Vertrag wird Sascha Loch aber sicher noch unterzeichnen, bevor er am 21. Juni zur Reha an den Timmendorfer Strand fährt.