Knappmann sieht SCW in der Pflicht

Auch mit mehreren Abwehrspielern nahm es Westfalis Milko Trisic (2.v.l.) zuletzt häufig auf – oft mit Erfolg.
Auch mit mehreren Abwehrspielern nahm es Westfalis Milko Trisic (2.v.l.) zuletzt häufig auf – oft mit Erfolg.
Foto: Thorsten Tillmann
Im Heimspiel gegen den Tabellenvierzehnten aus Horst zählt für Westfalias Trainer nur ein Sieg. Gäste beherrschen die defensive Strategie.

Auf dem Weg zurück in die Fußball-Oberliga will der SC Westfalia Herne am Sonntag ein weiteres Schrittchen vorankommen. Bereits um 14.30 Uhr empfängt der souveräne Spitzenreiter der Westfalenliga 2 im Stadion am Schloss Strünkede den SV Horst-Emscher, der mit zehn Punkten auf Abstiegsplatz 14 rangiert und seinen zweiten und bislang auch letzten Sieg Anfang November mit 1:0 gegen den DSC Wanne-Eickel feierte.

„Natürlich ist es unser Ziel, dieses Spiel zu gewinnen“, betont SCW-Trainer Christian Knappmann – und korrigiert sich im selben Atemzug. „Nein, eigentlich mehr als das. Es ist unsere Pflicht, als Tabellenerster den Vierzehnten in einem Heimspiel zu schlagen.“

Den Herner Anspruch hat er damit unzweideutig formuliert, was jedoch keineswegs bedeutet, dass er die Umsetzung für unproblematisch hält. Im Gegenteil. „Es kann ein Geduldsspiel werden“, mahnt Knappmann, und schwört die Fans darauf ein, dass das Toreschießen ähnlich wie gegen Holzwickede ein zähes Geschäft werden kann. Bei seinen Recherchen hat der Herner Coach nämlich Interessantes zutage gefördert: „Wenn Horst sich auf Augenhöhe gesehen hat und offensiv Impulse setzen wollte, gab es oft derbe Klatschen: 0:5 in Lennestadt, 0:4 gegen Wickede, zuletzt 0:3 in Holzwickede. Gegen deutlich höher platzierte Gegner wie Wiemelhausen, Hordel und Lünen aber haben sie gepunktet. Die defensive Strategie scheinen sie zu beherrschen.“

Starke zentrale Achse

Vermutlich werden die Gäste also tief stehen, die Reihen schließen und auf Konter setzen. „Andererseits haben sie gegen viele direkte Konkurrenten verloren, so dass sie auch mal überraschende Punkte brauchen“, ist Knappmann da jedoch keinesfalls sicher. „Vielleicht ist Herne für Horst so eine Art Bonusspiel. Uns täten sie jedenfalls einen Riesengefallen, wenn sie mitspielen würden.“

Derlei Überlegungen werden im Spielverlauf jedoch schnell zur Makulatur. Ein Tor auf der einen oder anderen Seite kann alles verändern. Mit seinem Präzisionsschützen Fatmir Ferati hat Herne einen Mann auf dem Platz, der jede Standardsituation in Tornähe zu einer Bedrohung für den Gegner macht.

Auch die Gäste bringen etliche namhafte Spieler mit. Benjamin Wingerter und Simon Talarek, beide in der Knappenschmiede ausgebildet, sorgen für defensive Stabilität, der mitunter geniale Ex-Herner Volkan Kiral für Überraschungsmomente, der quirlige Seyit Ersoy für Torgefahr. „Diese zentrale Achse ist stark. Aber das reicht nicht, die Qualitätsdefizite auf den Seiten zu kompensieren“, sieht Knappmann seine Elf klar im Vorteil.

 
 

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