Knackt Westfalia den Jackpot Wattenscheid?

Wolfgang Volmer
Keine Angst vor großen Namen: Die jungen Herner Mustafa Kaya (Mitte) und Onur Özbicerler (r.) werden auch in Wattenscheid Vollgas geben.
Keine Angst vor großen Namen: Die jungen Herner Mustafa Kaya (Mitte) und Onur Özbicerler (r.) werden auch in Wattenscheid Vollgas geben.
Foto: Haenisch / waz fotopool

Und weiter geht die wilde Hatz. Gerade 63 Stunden, nachdem das kraftraubende Spiel gegen Schermbeck abgepfiffen wurde, muss Oberligist SC Westfalia schon wieder ran. Am Sonntag um 15 Uhr wartet im Lohrheidestadion mit der SG Wattenscheid 09 ein scheinbar übermächtiger Gegner. Doch wer weiß, vielleicht kann die junge Silberbach-Elf weiter auf der aktuellen Erfolgswelle reiten und dem Tabellenzweiten ein Pünktchen abknöpfen.

„Herschenken werden wir jedenfalls nichts“, wirft Westfalias Trainer Jörg Silberbach dem Aufstiegskandidaten den Fehdehandschuh hin. Er kennt die Wattenscheider aus dem Eff-Eff, schwärmt von Spielern wie David Zajas („für mich der beste Mittelfeldspieler der Liga“), dem kopfballstarken Abwehrchef Alexander Thamm oder den „Raketen“ Marvin Rathmann und Kevin Brümmer, die auf den Außenbahnen abgehen. „Und über einen Angriff mit Sarisoy, Ersoy und Trisic brauchen wir erst gar nicht zu reden. Von denen kann jeder ein Spiel allein entscheiden.“

Bei aller Wertschätzung für den Kader seines Kollegen Andrè Pawlak – der SCW-Coach hat gute Gründe, sein Team mit Selbstvertrauen aufzupumpen. Schließlich hat der SCW nicht nur zwei 3:2-Heimsiege im Rücken, er hat auch die beiden letzten Auswärtsspiele gewonnen. Das 3:0 in Gütersloh, mehr noch das sensationelle 4:2 in Erndtebrück werden den Wattenscheidern Warnung genug sein. Immerhin bedankten sie sich für die Herner Schützenhilfe beim Aufstiegsrivalen mit der Spende von 100 Bratwürstchen. Ob Erndtebrück im Gegenzug für einen Herner Erfolg an der Lohrheide auch etwas springen lässt, darüber macht man sich beim SCW keine Gedanken. Dringender als Würstchen brauchen die Herner nämlich Punkte. Noch immer wird die Mannschaft gesucht, die den 1. FC Gievenbeck in die Westfalenliga begleitet. Herne hat zwar momentan gegenüber Schermbeck und Dornberg die besseren Karten, aber das kann sich schnell ändern. Andererseits könnte der SCW eine Vorentscheidung erzwingen, wenn er den „Jackpot Wattenscheid“ knackt.

Trotz der großen Belastung wird Silberbach seine Elf nur geringfügig verändern. Dem angeschlagenen Semih Güler gönnt er eine Pause, vielleicht auch Robert Hansmann. Dafür stehen Samed Sazoglu und Kiki Kaup bereit. Viele übrigen „Bänker“ werden sich wohl am kommenden Donnerstag im Pokalfinale beim SV Wanne 11 zeigen dürfen.