In Ahlen wartet ein dicker Happen

Wolfgang Volmer
Patrick Polk (l.) ist als neuer „Abwehrchef“ des SC Westfalia auch in Ahlen gesetzt.
Patrick Polk (l.) ist als neuer „Abwehrchef“ des SC Westfalia auch in Ahlen gesetzt.
Foto: WAZ FotoPool
Am ersten kompletten Oberliga-Spieltag des Jahres gastiert der SC Westfalia Herne am Sonntag beim heimstarken Tabellenfünften Rot Weiss Ahlen. Bringt die Bruch-Elf aus dem Wersestadion etwas mit, würde das ihre Lage im Abstiegskampf deutlich verbessern.

Die ersten drei Punkte des Jahres haben sich Westfalias Oberliga-Fußballer mit dem 3:0 gegen die TSG Sprockhövel einverleibt, Sättigungsgefühle aber verspüren sie überhaupt nicht. Im Gegenteil. Der Hunger ist groß, sich für den harten Abstiegskampf der kommenden vier Monate ein möglichst dickes Polster anzufuttern. Den zweiten Gang würden die Strünkeder gern schon an diesem Sonntag ab 15 Uhr im Wersestadion einnehmen. Allerdings liegt mit Rot Weiss Ahlen ein ein ziemlich dicker und schwer verdaulicher Happen auf dem Teller.

Auch wenn Trainer Hans Bruch nach Spielschluss von einem Bonusspiel sprach – es waren eher Pflichtpunkte, die der SC Westfalia gegen Sprockhövel auf sein karges Konto buchte. Bonuspunkte gibt es dafür im morgigen Pflichtspiel, sollte man in Ahlen doch eher eine Niederlage einkalkulieren. Der Tabellenfünfte hat zuhause nur eines seiner acht Spiele verloren, hat im Wersestadion erst elf Gegentore kassierte, vier gegen Erkenschwick (1:4), drei gegen Gütersloh (3:3). Die sechs weiteren Gastmannschaften teilten sich die übrigen vier Treffer. „Das zeigt, wie stabil die Ahlener hinten stehen“, bekundet Hans Bruch seinen Respekt.

Mindestens die gleiche Qualität attestiert er der Offensivabteilung der Rot-Weissen. „Wenn die ins Rollen kommen, sind sie schwer zu stoppen“, warnt Bruch vor quirligen Dribblern wie Temel Hop oder Arda Nebi. Dabei führt ein ganz anderer Spielertyp die interne Torschützenliste an. Der frühere Herner Faysel Khimiri, der auch in dieser Saison schon etliche Spiele des SCW besuchte, hat bereits achtmal getroffen – oft durch Elfmeter oder nach Standardsituationen, aber auch aus dem Spiel heraus. Bei den letzten Tests in Kray (2:5) und beim TuS Haltern (1:0) hat Castilla seinen physisch starken Kapitän sogar als Spitze aufgeboten. Und das sicher nicht nur, weil Castilla selbst in seiner aktiven Zeit mit ähnlichen Vorzügen viele Tore erzielte.

Gegen einen solchen Gegner heißt es, erstmal die Null zu halten. „Das bedeutet aber nicht, dass wir uns verstecken werden. Wir müssen sehen, dass wir unsere Spielanteile haben und selbst Akzente setzen“, lautet Bruchs Vorgabe.

Wer sie umsetzen soll, ließ der Trainer noch offen. Für Armin, der sich am Innen- oder gar am Kreuzband verletzt hat, könnten Kaya oder Hansmann verteidigen. Wegen Grippe fehlt Kündig, der Einsatz von Bumbullies ist fraglich.