HTT 11 feiert den ersten Tagessieg

Wolfgang Volmer
Bei irrer Hitze unterwegs zum Sieg: Maik Bernhardt, Sven Abbing und Tolger Arnold (v.l.)
Bei irrer Hitze unterwegs zum Sieg: Maik Bernhardt, Sven Abbing und Tolger Arnold (v.l.)
Foto: frei

Erst vor vier Jahren gegründet, strickt das Herner Triathlon Team 11 seitdem an einer einzigartigen Erfolgsstory und liefert regelmäßig positive Schlagzeilen. An diesem Wochenende nun landeten die Herner beim Mannschaftssprint in Krefeld erneut einen großen Coup: Mit ihrem ersten Tagessieg bauten sie ihre Führung in der NRW-Liga aus und stehen vor dem abschließenden Wettkampf in Ratingen dicht vor dem Aufstieg in die 2. Bundesliga.

Gut vorbereitet reiste das von vielen Vereinsmitgliedern begleitete HTT-Quartett an – und musste noch vor dem Start einen ersten Rückschlag hinnehmen. Als Sven Abbing sein Rennrad einfuhr, riss ein Seil in der Schaltung und eine Schraube verklemmte sich im Schaltgriff. In der Hektik vor dem Start war dieser Defekt nicht zu beheben. Also half HTT-Sprecher Kalle Dietz mit seinem Rad aus, das noch schnell an Abbings Maße angepasst wurde, bevor es zum Schwimmen in den Elfrather See ging.

Nach 750 Metern kam Maik Bernhardt als erster Herner aus dem Wasser, seine Kameraden folgten in kurzen Abständen. Auf Rang drei mit etwa einer Minute Rückstand auf Buschhütten und Uerdingen wechselte das Herner Team auf die Rennräder. Für das „Mannschaftszeitfahren“ über 20 Kilometer hatten die Herner eine besondere Taktik ausgetüftelt. Sie kreierten den „Herner Kreisel“, bei dem sich nur die ersten drei Fahrer in der Führungsarbeit abwechselten. Der als weniger starker Radfahrer eingeschätzte Tolger Arnold sollte im Windschatten bleiben und Körner für die abschließende Laufstrecke über fünf Kilometer sparen.

Die Taktik ging auf. Am Ende der Radstrecke lag Herne zwar nur auf Rang sechs, der Abstand zum führenden Team aus Buschhütten aber war auf 45 Sekunden geschmolzen.

Doch dann ein Schock: Kolja Milobinski musste nach knapp der Hälfte der Laufstrecke abreißen lassen, das hohe Tempo bei tropischen Temperaturen forderte seinen Tribut. Nun durfte nichts mehr schiefgehen, die übrigen Herner mussten durchhalten, damit das Team überhaupt gewertet wurde.

Und sie hielten durch. „Auch zu Dritt rollte der HTT-Express unaufhaltbar vorwärts und preschte vehement Position um Position nach vorne“, berichtet ein begeisterter Kalle Dietz. Nach zwei Dritteln der Laufstrecke war der Rückstand zum Spitzenreiter Buschhütten auf acht Sekunden geschmolzen. Die HTT-Freunde am Straßenrand witterten die Chance auf einen Tagessieg, trieben ihre Jungs frenetisch nach vorn. Mit Erfolg. Bei Kilometer 4,3 war Buschhütten eingeholt, danach setzten sich Bernhardt, Abbing und Arnold stetig ab und machten die letzten 200 Meter zum Triumphlauf: Gefeiert von ihren Fans, aber völlig entkräftet und schweißgebadet ließen sich die HTT-Athleten hinter der Ziellinie zu Boden sinken.

„Endlich unser erster Sieg in der NRW-Liga, dazu im Teamsprint mit unserem Herner Kreisel“, jubelte Kapitän Bernhardt. „Das Laufen bei diesen Temperaturen war die Hölle.“ Pressesprecher Dietz bekam das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht. „So schnell wurde mein Rad noch nie gefahren“, unkte er hinüber zu Sven Abbing. „Nun stehen wir vor der Bundesligatür. Die Jungs müssen in Ratingen in zwei Wochen nur noch hindurchgehen.“ Aber auch das wird ihnen noch einmal alles abverlangen.