HTC-Damen begeistern im letzten Heimspiel

Nicht nur in der Defense machte Rachel Arthur (am Ball) ein starkes Spiel. Hier geht sie Melissa Jeltema von der Fahne.
Nicht nur in der Defense machte Rachel Arthur (am Ball) ein starkes Spiel. Hier geht sie Melissa Jeltema von der Fahne.
Foto: Rainer Raffalski
Gegen den starken Aufsteiger TK Hannover setzen sich Hernes Basketballerinnen im dritten Viertel entscheidend ab und gewinnen mit 82:73.

Herner TC -
TK Hannover 82:73

Viertel: 24:20, 19:21, 27:15, 12:17.

HTC: Greinacher (22, 9 Rebounds), Mahlknecht (11), Bellock (9, 8 Reb.), Amojo (9/1), Dikes (8), Palmer (7), Van der Velde (6), Arthur (4), Karic (2), Kerin, Krizanovic.

Feldwurfquote: 51 % (31 von 61); Freiwurfquote: 73 % (19/26); Rebounds: 43 (31 defensiv, 12 offensiv); Turnover: 12.

TKH: Jeltema (21/2), Grigoleit (15), Diawakana (12), Rosche (10), Gobeljic (5/1), Richter (4), Mihalyi (3), Schreck (2), Bartsch (1), Arndt.

Feldwurfquote: 34 % (19/56); Freiwurfquote: 68 % (32/47); Rebounds: 27 (19 def., 8 off.); Turnover: 9.

Geschafft. Hernes Bundesliga-Basketballerinnen haben die richtungsweisende Partie gegen einen zuvor punktgleichen Gegner verdient gewonnen, haben ihre Zuschauer mit einer eindrucksvollen Mannschaftsleistung voller Tempo und Leidenschaft verwöhnt und das letzte Heimspiel des Jahres zu einem wunderschönen Erlebnis gemacht. Kein Wunder, dass die abgekämpften, aber glücklichen HTC-Ladies in lauter strahlende Gesichter blickten, als sie beim Triumphmarsch über die Tribüne ihre Fans abklatschten. Wer jetzt Entzugserscheinungen befürchtet und meint, es nicht bis zum nächsten Heimspiel am 14. Januar auszuhalten, kann noch vor Weihnachten nach Keltern oder ins schöne Freiburg fahren. Oder zum Pokalspiel nach Neuss.

Auch HTC-Trainer Marek Piotrowski schmunzelte nach Spielschluss vergnügt vor sich hin. „Es war ein enges Spiel gegen den erwartet starken Gegner, das wir am Ende doch klar gewonnen haben“, kommentierte der „Magier“ nüchtern. Um danach zwei junge Damen hervorzuheben, die ihre Stärken sonst eher unter dem eigenen Korb zeigen. „In der ersten Hälfte hat uns Caro Van der Velde im Spiel gehalten, in der zweiten war Camille Mahlknecht richtig stark“, lobte der Coach seine Centerinnen, sah den Sieg aber insgesamt als das Ergebnis einer starken Mannschaftsleistung. „Wir haben heute viele Sachen richtig gut gemacht, einige aber auch nicht“, so Piotrowski.

In der ersten Hälfte lieferten sich beide Teams ein schnelles Spiel mit wenig Fehlern und einer beiderseits guten Wurfquote. Der HTC konnte sich leicht absetzen (11:6/5. Minute), bekam aber anfangs Steffi Grigoleit nicht in den Griff, die neun der ersten elf TKH-Punkte markierte. Beim 13:13 (7.) waren die Turnschwestern wieder dran, legten später sogar dreimal vor, ehe der HTC das erste Viertel mit einem 6:0-Lauf zum 24:20 beendete.

Den zweiten Abschnitt eröffnete Melissa Jeltema, bis dahin vom HTC gut kontrolliert, mit zwei Dreiern zum 24:26 – beide von derselben Stelle, beide frech „ins Gesicht“ der Herner Verteidigerin. Damit hatte sich die beste Scorerin der Liga erstmals deutlich zu Wort gemeldet. Herne tat gut daran, Jeltema wieder enger an die Kandarre zu nehmen, was in der Folge auch gelang.

Mit fünf Punkten durch die starke Sonja Greinacher, Caro Van der Velde und Zhane Dikes zum 29:26 holte sich der HTC die Führung sofort zurück und gab sie danach nicht mehr her. Abschütteln ließen sich die Turnschwestern aber nicht, und spätestens nach dem Gobeljic-Dreier zum 40:38 (19.) war klar, dass diese packende Partie bis zum Ende umkämpft bleiben würde.

Die Spannung hielt sich jedoch in erträglichen Grenzen. Dafür sorgte der HTC im dritten Viertel, in dem er noch eine Schüppe drauflegte. Jetzt lief’s in der Offense noch flüssiger, oft wurden die Systeme bis zum Ende ausgespielt und so gute Würfe kreiert. Kristi Bellock, die erst nach der Pause auftaute, brachte den HTC erstmals zweistellig in Führung (54:44/23.), legte gleich noch zwei Körbe nach, und danach pendelte der Herner Vorsprung meist zwischen zehn und 14 Punkten.

Weil das Schiedsrichter-Duo seine kleinliche Linie konsequent beibehielt, füllten sich aber die Foulkonten der nun sehr aggressiv verteidigenden HTC-Damen. Kata Takács war in der 32. Minute ausgefoult, fünf ihrer Mitspielerinnen hatten vier Fouls auf dem Konto. Jetzt zahlte sich die tiefe Bank aus: Mahlknecht kam und stopfte Bälle in die Reuse, und die lange verletzte Kapitänin Emina Karic führte sich gleich mit einem Korb zum 76:62 (34.) ein. Wenig später war’s geschafft.

 
 

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