Hoch geflogen, weich gefallen

Wolfgang Volmer
Starker Fünfter: Das Sparda Bank Team Herne mit (v.l.) Kristian Trier Nipper, Frank Heestermans, Nicklas Røssner, Bert van Veen und Kolja Milobinski.
Starker Fünfter: Das Sparda Bank Team Herne mit (v.l.) Kristian Trier Nipper, Frank Heestermans, Nicklas Røssner, Bert van Veen und Kolja Milobinski.
Foto: HTT 11
Sparda Bank Team Herne trumpft mit Rang fünf beim Sprint in Eutin groß auf. Kolja Milobinski liefert nach Salto über den Lenker das Streichergebnis.

Hoch geflogen, weich gefallen: Obwohl Kolja Milobinski auf dem Rad einen spektakulären Salto hinlegte, gab es im Ziel des 22. Rosenstadt Triathlons in Eutin bei den Athleten des Sparda Bank Teams Herne nur strahlende Gesichter: Mit dem fünften Platz hatten sie im zweiten Wettkampf der 2. Bundesliga Nord für einen echten Paukenschlag gesorgt und sich nach Rang zwölf zum Auftakt in Gütersloh endgültig in der zweithöchsten deutschen Liga etabliert.

Fünf Athleten schickte das Sparda Bank Team ins Rennen, einen Sprint mit 750 Meter Schwimmen, 20 km Radfahren und einem Lauf über 6,6 Kilometer. Neben Kolja Milobinski als einzigem Mitglied der letztjährigen Aufstiegsmannschaft gingen erneut die beiden Niederländer Frank Heestermans und Bert van Veen an den Start. Erstmals dabei waren die dänischen Neuzugänge Kristian Trier Nipper und Nicklas Røssner, die sich bestens einfügten und zu einer geschlossen starken Mannschaftsleistung beitrugen.

Morgens um 8.45 Uhr ging es zunächst in den kleinen Eutiner See. Nach knapp zehn Minuten hatten vier Herner diesen Part bewältigt, Milobinski stieg kurz darauf aufs Rad. Waren auf der ersten Radrunde noch mehrere Gruppen unterwegs, wurden die Lücken in der zweiten Runde immer weiter geschlossen, so dass ein großes Hauptfeld von knapp 50 der 89 Athleten zum zweiten Wechsel kam. Angeführt wurde das Feld von Kristian Trier Nipper, an seinem Hinterrad hing sein dänischer Kollege Nicklas Røssner. Und auch die beiden „fliegenden Holländer“ erreichten mit dem Hauptfeld die zweite Wechselzone. Pech hatte hingegen Kolja Milobinski. Kurz vor dem Ziel hatte sich ein Schuh aus der Pedale gelöst, der Herner verlor dabei das Gleichgewicht und ging bei knapp 30 km/h vorne über den Lenker. Kein Grund, das Rennen aufzugeben. Milobinski schüttelte sich kurz, rappelte sich auf und setzte den Wettkampf unverdrossen fort.

Die Führenden waren da längst auf der Laufstrecke, und hier drehten Heestermans und van Veen wie erhofft richtig auf. „In den niederländischen Ligen wird im Triathlon ein richtiges Radrennen gefahren, da muss jeder richtig reinklotzen. Hier in Deutschland fährt das Feld eher zusammen, so dass man sich im Windschatten der vielen Athleten für den Lauf erholen kann“, erläuterte Heestermans im Ziel, das er als Elfter erreichte. Nur drei Sekunden später folgte van Veen als Zwölfter. Auch Røssner ließ sich kaum abschütteln und kam eine halbe Minute später als 24. ins Ziel.

Nipper dagegen musste seiner harten Führungsarbeit auf dem Rad Tribut zollen. Er konnte das hohe Tempo nicht ganz mitgehen, kämpfte aber um jede Sekunde und finishte auf Rang 53, so dass Pechvogel Milobinski mit Platz 69 das Streichergebnis lieferte. Doch das verhagelte ihm die Laune nicht. Stattdessen freute er sich über den fünften Platz, ein „super Tagesergebnis“, wie Milobinski meinte.

Mit Recht. Nur der überragende Tagessieger Weimar sowie Teams aus Köln, Berlin und Rostock waren besser als die Herner, die viele etablierte Bundesligisten hinter sich ließen. „Das war ein Wahnsinnstag. In die Top Ten wollten wir, mit den Top Five wurden wir belohnt. Überragende Leistung, die auf ein tolles Ergebnis in zwei Wochen hoffen lässt“, freut sich der Niederländer Bert van Veen schon auf Grimma, wo am 3. Juli ein ganz besonderer Wettkampf mit einem Prolog und später einem Jagdrennen auf dem Plan steht.