Hermes’ WM-Traum platzt in Köln

Die Goldmedaille im Leichtgewichtsachter war für  Konstantin Hermes vom RV Emscher Wanne-Eickel (oben, 2.v.r.)
Die Goldmedaille im Leichtgewichtsachter war für Konstantin Hermes vom RV Emscher Wanne-Eickel (oben, 2.v.r.)
Foto: Detlev Seyb

Es schien so sicher, doch auf der Zielgeraden platzte der große Traum: Konstantin Hermes verpasste mit seinem Hamburger Zweier-Partner Jannik Olssen buchstäblich in letzter Sekunde das Ticket für die U23-Weltmeisterschaft in Linz (Österreich), weil er im U23-DM-Finale im Zweier „ohne“ lediglich auf dem Bronzerang landete. Für den Ruderverein Emscher Wanne-Eickel wurden damit aus zwei geplanten nun eine Nominierung: Rene Stüven erreichte bei der U23-DM in Köln Silber im Achter und startet in dieser Bootsklasse jetzt auch international. Montag geht es ins WM-Vobereitungstrainingslager.

Schade, es hätte auch Gold werden können. Denn der Stüven-Achter zeigte eine starke Vorstellung und führte zeitweilig das Feld deutlich an. Bei extrem widrigen Bedingungen, der Wind blies auf dem Fühlinger See unangenehm seitlich und von vorn, kippte das Rennen auf den letzten 500 Metern, als der mit den allesamt für die WM vorgesehenen Athleten (Zweier, Vierer „ohne“ und Vierer „mit“) besetzte Achter sich plötzlich vorbeischob. „Die sind in einen Windschatten gefahren und dann weggefahren“, meinte Peter Thiede, U23-Trainer am Stützpunkt Dortmund: „Hätten wir nebeneinander gelegen, wäre es vielleicht anders ausgegangen. Aber wir wollen das Glück ja nicht zu früh verbrauchen.“

Ob Silber oder Gold - in diesem Finish waren die besten U23-Riemenruderer Deutschlands zu sehen und die Nominierung zur Nachwuchs-WM in Österreich war anschließend nur reine Formsache. Damit hat Rene Stüven, nachdem er im vergangenen Jahr knapp gescheitert war, endlich sein Ziel erreicht und fährt mit hohen Erwartungen nach Linz. 2012 stand der deutsche Achter nämlich auf dem Treppchen, und dieses Ziel hat das Team von Trainer Peter Thiede allemal.

So sehr sich Rene Stüven freuen durfte, sein Clubkamerad Konstantin Hermes verstand nach gut sieben Minuten im Finale die Welt nicht mehr. Die komplette Saison dominierten drei Zweier, und eben aus drei Zweiern wird die WM-Leichtgewichts-Riemenmannschaft gebildet. So waren Konstantin Hermes und Jannik Olsson fest im Zweier vorgesehen, weil sich die beiden schnellsten Zweier im Vierer zusammengefunden hatten. Lasse Werder und Jonas Briese aus Hamburg, bislang stets hinter Hermes/Olssen, schoben sich aber in Köln überraschend auf Platz zwei im Leichtgewichts-Zweier „ohne“ vor -- die siegenden Temel/Neumann sitzen im Vierer -- und damit einen Platz vor der Renngemeinschaft aus Wanne/Hamburg. Nach dem starken Vorlauf in Bestzeit hatten die favorisierten Hermes/Olssen auch das Finale bestimmt, dicht gefolgt von Neumann/Temel und Werder/Briese. Auf Höhe der Tribüne passierte es dann. Hermes/Olssen mussten erst Platz eins, dann auch noch Rang zwei abgeben. „Das war eines der spannendsten Rennen des Tages“, sagte Nachwuchs-Bundestrainerin Brigitte Bielig: „Die Boote lagen aber nebeneinander, so dass ich finde, dass es trotz der widrigen Bedingungen fair war.“

Damit war Gold verloren und am Ende auch eine fast sicher geglaubte Nominierung. Denn Bielig machte klar, dass die Nominierungskriterien eindeutig seien und Werder/Briese bei der U23-WM den Zweier fahren. Für Konstantin Hermes und Jannik Olssen sei es nach einem solch tollen Rennen absolut bedauerlich, so Bielig, aber so seien eben die Regeln. Somit wurde die abschließende Goldmedaille für Hermes im Leichtgewichtsachter ein Muster ohne Wert.

 
 

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