HCW spielt schwach und verliert

HC Westfalia Herne -
TuS Borussia Höchsten 28:30

HCW: Ollesch, Greger; Schumann (2), Erdmann (n.e.), Hettrich (5/3), Hodde (3), Grzesinski (4), Rinsch (1), Ihnen (3), F. Scheunemann (4), M. Scheunemann (4/1), Sondermann (1), Rödiger, Rogat (1).

Die Landesliga spielt verrückt und der HC Westfalia ist voll dabei. Jeder Spieltag ist mit Überraschungen gespickt. Die Konkurrenten bleiben auf Tuchfühlung, weil sie sich gegenseitig Punkte abnehmen. Insofern ist auch durch den völlig verdienten 30:28-Sieg der Höchstener bei der Westfalia noch nichts Entscheidendes passiert.

Aber vielleicht verstehen die Herner dies als Weckruf, wenn man ihnen das mickrige Ein-Punkt-Polster gegenüber dem Tabellenvorletzten Eintracht Dolberg vor Augen führt. Es sollte keiner daran denken, dass es bis zum Rang drei auch nur vier Punkte sind. Angesichts der äußerst schwachen Leistung der gesamten Mannschaft muss jedem Einzelnen klar sein, dass es in der derzeitigen Verfassung nur um den Klassenerhalt gehen kann und dafür viel härter gearbeitet werden muss.

Wie es geht, führte der körperlich nicht überlegene Gast eindrucksvoll vor. Er hatte nicht nur die schnelleren Beine, sondern auch die besseren Ideen, die größere Spritzigkeit und ausgeglichenere Torgefährlichkeit. Das sehr offensive Abwehrverhalten der Dortmunder behagte den Schützlingen von Tim Bauer überhaupt nicht. Flink und aggressiv in der Deckung und Zeitstrafen in Kauf nehmend attackierten die Dortmunder den HCW. Ballgewinne wurden nach schnellem Umschaltspiel mit wenigen durchdachten Spielzügen und oft ansatzlosen Torwürfen abgeschlossen. Westfalia blieb dagegen lahm, ideenlos und ohne spürbaren Biss.

Den sich allein durch ein Zeitstrafenverhältnis von 2:12 ergebenden Freiraum wussten die Strünkeder selten zu nutzen. Kaum ein Akteur wusste in Eins-zu-eins-Situationen zu überzeugen. Immer wieder rannten sich die Herner fest, schossen Fahrkarten und wirkten insgesamt ratlos. Ob die Erfolglosigkeit des Angriffs zum unzureichenden Abwehrverhalten führte oder umgekehrt, ein landesligatauglicher Auftritt blieb jedenfalls aus.

Auch der frühe Wechsel zwischen Daniel Ollesch und Hannes Greger im Herner Tor verlieh der Abwehr letztlich nicht die entscheidende Stabilität. Sie ließ den Gästen einfach zu viele Freiheiten. „Die Mannschaft war nicht in der Lage, mit handballerischen, spielerischen Mitteln allein die Überzahlvorteile zu nutzen. Das war unsere bisher desolateste Vorstellung“, sagte ein enttäuschter und geknickter Tim Bauer.

 
 

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