HC Westfalia Herne bekommt keine Chance mehr

In der kommenden Saison Landesligist: Hier ist Fabian Scheunemann für den HC Westfalia Herne am Ball.
In der kommenden Saison Landesligist: Hier ist Fabian Scheunemann für den HC Westfalia Herne am Ball.
Foto: FUNKE Foto Services
Für den HC Westfalia Herne gibt es keine Möglichkeit mehr, über eine Relegation doch noch den Klassenerhalt in der Handball-Verbandsliga zu schaffen. Das Team steigt als Vorletzter neben Hohenlimburg ab.

Der vorletzte Hoffnungsschimmer, dass der HC Westfalia Herne vielleicht doch noch eine Chance bekommt, aus eigener Kraft den Klassenerhalt in der Verbandsliga zu schaffen, strahlte am Samstagabend von einem Monitor. Hernes Trainer Tim Bauer verfolgte übers Internet im Live-Ticker, wie der Soester TV in der 3. Liga gegen TSV GWD Minden II spielt. Mitgefiebert, erzählt Bauer, habe er nicht. „Eher mitgelitten.“ Und dabei erlebt, wie der Soester TV am Ende nur einen Punkt beim 28:28 holte, dadurch die Saison punktgleich mit der HSG Gummersbach/Derschlag II beendet, aber wegen des direkten Vergleichs Vorletzter ist. Keine Relegationschance für Soest, also auch keine Relegation und kein letzter Hoffnungsschimmer für den HC Westfalia Herne: Die Mannschaft ist endgültig in die Landesliga abgestiegen.

Das Soester Abschneiden war ein Strohhalm in weiter Ferne, die Gründe für den Herner Abstieg aber sieht Tim Bauer ganz woanders: „Wir suchen die Schuld bei uns. Es ist uns zu selten gelungen, das Maximum zu bringen. Wir haben es nicht geschafft, wenn es darauf ankam, unser ganzes Leistungsvermögen zur Schau zu stellen.“

Nach den Gründen gefragt, antwortet Bauer: „Wenn ich die genau wüsste, könnte ich wohl Nationaltrainer aller Mannschaften der Welt sein.“ Auf jeden Fall aber sei die junge Mannschaft sichtlich noch in einem Lernprozess, es fehlte allgemein die Erfahrung im Abstiegskampf und Bauers Ausfall in der kompletten Rückrunde wegen einer Schulterverletzung gehört ebenfalls zu den Widrigkeiten, mit denen der HC Westfalia die Saison über zu kämpfen hatte.

Tiefpunkt gegen die HSG Vest

Was das Team könne, habe es am letzten Spieltag beim Sieg in Bergkamen gezeigt, so Bauer, sei auch mit dem Druck zurechtgekommen: „Von der Einstellung her, spielerisch, in der Deckung.“ Es waren allerdings auch erst die Auswärtspunkte Nummer drei und vier dieser Saison. Der Auftritt der Herner in Bergkamen zeigte, was für den HC Westfalia in dieser Saison mit dem konsequenten Abruf der eigenen Fähigkeiten häufiger möglich gewesen wäre. „Das ist für mich aber kein extremes Beispiel, sondern die Leistung in Bergkamen war das, was ich erwarte“, sagt Tim Bauer.

Die Niederlage gegen den direkten Mitkonkurrenten HSG Vest Recklinghausen hingegen war ein Tiefpunkt der Saison in einem Duell, das später auch für den direkten Vergleich von Bedeutung sein sollte: „Da waren wir, auch noch zu Hause, nicht in der Lage, den Kampf anzunehmen. Da hat die Mannschaft gewonnen, die mehr wollte.“

Am Ende steht für die Recklinghäuser der Klassenerhalt, der HC Westfalia Herne steigt als Vorletzter wie das Schlusslicht HSG Hohenlimburg in die Landesliga ab: „Das fällt uns im Moment natürlich nicht leicht, das müssen wir in dieser Woche erst mal verarbeiten.“ Von diesem Verarbeiten auf allen wichtigen Vereinsebenen hängt ab, wie die Herner auf die kommende Spielzeit blicken. Zum Stichwort sofortiger Wiederaufstieg sagt Tim Bauer: „Es wäre ja jetzt die normale Trotzreaktion, davon zu reden. Aber wir wollen als Verein auch eine Sprache sprechen.“

Bis die gefunden ist, nimmt sich der Klub noch etwas Zeit. Klar ist, dass Trainer Tim Bauer und die Mannschaft zusammen bleiben und sich die Herner auch nach möglichen Verstärkungen umsehen.

Über ein mögliches Vorhaben schneller Wiederaufstieg sagt Tim Bauer: „Die Liga ist schwer zu spielen. Da kann man nicht einfach neun Monate warten, bis man wieder Verbandsligist ist.“ Der Absteiger muss auch in der neuen Spielklasse eine Etage tiefer daran arbeiten, das Maximum abzurufen.

 
 

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