Hauffe-Vierer fährt auf Angriff

Der deutsche Vierer „ohne“ mit (v.l.) Sebastian Schmidt, Toni Seifert, Urs Käufer und dem Wanne-Eickeler Gregor Hauffe beim Training auf der Olympia-Regattastrecke. Foto: Thomas Lohnes/dapd
Der deutsche Vierer „ohne“ mit (v.l.) Sebastian Schmidt, Toni Seifert, Urs Käufer und dem Wanne-Eickeler Gregor Hauffe beim Training auf der Olympia-Regattastrecke. Foto: Thomas Lohnes/dapd
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Sonntag rollte der Bootstransport aus Ratzeburg ab. Die Mannschaft flog am Montag hinterher. Mittlerweile hat das Olympia-Team des Deutschen Ruderverbandes im Olympia-Außendorf an der University of London ihr Quartier bezogen. Die Spiele 2012 in London können beginnen. Auch für Gregor Hauffe aus Wanne-Eickel.

Die Ruderer kämpfen in Eton am Dorney Lake um die Olympia-Medaillen, und wegen des Verkehrs rund um London und einer gut einstündigen Fahrt ins Zentrum wurden alle Wassersportler „ausquartiert“, damit sie sportlich bessere Bedingungen haben. Das gab es auch schon früher. Zum Beispiel 1984 in Los Angeles. Oder 1992 in Barcelona. „Wir hoffen, dass wir dann in der zweiten Woche umziehen können“, sagt Gregor Hauffe, der Olympionike vom Ruderverein Emscher Wanne-Eickel. Der aber schon vor der Abschlussfeier abreisen wird: Die Urlaubsplanungen mit Freundin Annina Ruppel lassen es nicht anders zu. Sonst hätten sie nach einer langen Vorbereitung und Saison gar keine gemeinsame Zeit für erholsame Stunden.

Der 30-Jährige ist froh, dass er sich endlich auf die Olympischen Spiele konzentrieren kann. Zu turbulent war ihm diese Saison. Erst der knapp verpasste Deutschlandachter-Rollsitz. Dann kämpfte er beim Weltcup-Auftakt in Belgrad mit Asthma-Problemen, schließlich hatte es Urs Käufer zum Weltcup-Finale in München im Rücken. Zu guter Letzt mussten die Bewerber um den Vierer „ohne“ noch im Trainingslager in Breisach beweisen, dass sie olympiareif sind. Erst kurz vor Schluss der dritten und letzten Nominierungsrunde gab es Klarheit: Sebastian Schmidt, Toni Seifert, Urs Käufer und Gregor Hauffe dürfen den Deutschen Ruderverband in dieser Bootsklasse in London vertreten.

„Diese Saison hatten wir so viele Steine und Stöckchen im Weg und jetzt sind wir froh, dass es bald losgeht“, so Hauffe: „Der bessere Vierer hat sich durchgesetzt und jetzt wollen wir zeigen, dass es gerechtfertigt ist.“ Nach dem Relationsrennen in Ratzeburg ist Optimismus angesagt: „Von den Prozenten passte es, da waren wir gut dabei. Der dritte Platz ist möglich.“ Eine Kampfansage.

Eton ist ein gutes Pflaster für Gregor Hauffe. Hier hat er bei der Weltmeisterschaft 2006 im Vierer „ohne“ Silber geholt nach einer furiosen Aufholjagd. Mit an Bord: Urs Käufer und Toni Seifert. Das macht Mut. Die Drei wissen, wie sehr auf dieser Strecke das Wetter in die Ergebnisse einspielen kann, und so nahmen sie die kritischen Bedingungen im Trainingslager in Ratzeburg sogar eher gelassen hin: „Wir hatten jeden Tag Wind und Welle. Uns kann nichts mehr schocken.“

Stück für Stück hätten sie sich an die olympischen Aufgaben herangetastet. „Der Grundspeed ist besser“, so Hauffe: „Wir haben uns auf alles eingestellt. Taktieren kannst du hier sowieso nicht.“ In London wird jeder volles Brett fahren. Der deutsche Vierer ist in einem stark besetzten Feld auf Angriff ausgerichtet.

 
 

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