Fehlstart in die Play-Offs

Mit großem Einsatz ging HTC-Kapitänin Emina Karic (weiß) voran. Doch auch sie hatte gegen die aggressive Freiburger Deckung viel Mühe.
Mit großem Einsatz ging HTC-Kapitänin Emina Karic (weiß) voran. Doch auch sie hatte gegen die aggressive Freiburger Deckung viel Mühe.
Foto: Funke Foto Services
Hernes Basketballerinnen haben den Start in die Play-Offs verpatzt. Nach dem 67:69 gegen Freiburg droht dem Hauptrundenzweiten ein frühes Ausscheiden.

Herner TC -
Eisvögel USC Freiburg 67:69

Viertel: 18:10, 18:18, 13:18, 18:23.

HTC: Wright (19/1 Dreier), Davis (15/1), Karic (10), Amojo (9/1), Slavova-Naneva (6), Barnes (4), Müller (2), Salomaa (2), Van der Velde, Jankovic.

Feldwurfquote: 46 % (27/59).

Freiwurfquote: 83 % (10/12).

Rebounds: 35 (26 defensiv, 9 offensiv).

Turnovers: 25.

USC: Lucet (23/5 von 6 Dreien), Williams Godbold (12), Sowell (11), Knudsen (9/1), Dzirma (8), Lehtoranta (2), Hoffmann (2), Hodapp (2), Heck, Schipeck.

Feldwurfquote: 42 % (27/65).

Freiwurfquote: 75 % (9/12).

Rebounds: 34 (23 defensiv, 11 offensiv).

Turnovers: 22.

Au weia. Ausgerechnet im so wichtigen ersten Viertelfinalspiel verkrampften Hernes Basketballerinnen völlig und mussten gegen den Hauptrunden-Siebten eine zwar unglückliche, aber keineswegs unverdiente Niederlage quittieren. Damit haben sie sich für den zweiten Vergleich in der „Best-of-three-Serie“ am Ostersamstag in Freiburg eine immense Last aufgebürdet. Gelingt ihnen dann kein Sieg, ist die Saison für den Herner TC sang- und klanglos beendet. Dabei sollte sie gerade erst richtig anfangen...

Marek Piotrowski schien es geahnt zu haben. „Zum Glück kann man in den Play-Offs einen einzelnen Ausrutscher noch korrigieren“, hatte Hernes Trainer im Vorfeld gesagt. Als er am Samstagabend den ersten Schock verdaut hatte, blickte er gleich wieder entschlossen nach vorn. „Noch sind wir nicht raus. Aber es wird sehr, sehr schwer.“

Wenige Minuten zuvor war Radostina Slavova-Nanevas Distanzwurf zum möglichen 70:69 auf den Ring geprallt, und auch Henna Salomaas verzweifelter Versuch, den Abpraller in den Korb zu schlagen und so eine Verlängerung zu erzwingen, war gescheitert. Die Eisvögel lagen sich in den Armen, die Hernerinnen aber liefen konsterniert und mit leerem Blick die Reihen ihrer Fans ab, um sich für die großartige Unterstützung zu bedanken. Auch wenn sie diesmal nicht geholfen hatte.

Am Willen und an der Einsatzbereitschaft aber hatte es nicht gemangelt. Eher im Gegenteil. „Vielleicht wollte die Mannschaft zu viel und ist deshalb so verkrampft“, mutmaßte Piotrowski. „Wir sind mit der Presse nicht zurecht gekommen, haben nicht ins Spiel gefunden, viel zu viele Bälle verloren und Freiburg zu vielen einfachen Korblegern eingeladen. Mit 25 Turnovers kann man halt kein Spiel gewinnen.“

Das Dilemma deutete sich gleich in der Anfangsphase an. Erst mit dem siebten Angriff gelangen Quenice Davis die ersten Herner Punkte zum 2:4. Damit schien die Regisseurin den Knoten allerdings gelöst zu haben, denn nun kam der HTC ins Rollen und legte durch Erica Barnes, Slavova-Naneva und ein tolles Solo von Emina Karic drei Körbe zum 8:4 (5.) nach. Als Teya Wright die Führung mit zwei Freiwürfen erstmals in den zweistelligen Bereich schraubte (18:8/10.), war der Stotterstart vergessen und der Favorit schien endgültig in der Spur.

Doch dieser Eindruck trog. Das zweite Viertel eröffnete der HTC erneut mit einer Fülle kaum erklärbarer Ballverluste, und schnell war der 20:10-Vorsprung aufgezehrt. Vor allem Soana Lucets Dreier trafen den HTC mitten ins Herz. Als hätten sie den Warnschuss verstanden, zogen die Hernerinnen nach dem 20:20 aber wieder an und erarbeiteten sich dank guter Defense bis zur Pause ein Acht-Punkte-Polster (36:28).

Zwar erhöhte Ireti Amojo gleich nach Wiederbeginn auf 39:28, ihre Hektik aber konnten die Hernerinnen auch fortan nie ablegen. Gegen die aggressive Ganzfeldpresse wirkte der HTC kopflos, leistete sich technische Fehler und Pässe ins Nirwana, so dass die Eisvögel im Spiel blieben. Beim 51:52 (32.) waren sie erstmals wieder vorne, setzten sich bis auf 59:67 (38.) ab, ehe Dreier von Davis und Wright die „Crunchtime“ einläuteten, in der Wrights Schrittfehler und die letzten Fehlwürfe ein Happy End verhinderten. Schade, aber noch ist nichts verloren.

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