Fast ein Schicksalsspiel

Wolfgang Volmer
Foto: Walter Fischer

Natürlich steckt Uli Reimann nicht auf. Aber Westfalias Trainer denkt auch nicht daran, die Lage im Klassenkampf schön zu reden. „Zwischen Gievenbeck, Dornberg und uns werden wohl die beiden Absteiger ermittelt“, sieht er den SCW zu zwei Dritteln schon in der Westfalenliga. Um die 33,3-Prozent-Chance zu nutzen, sei ein Heimsieg über TuS Heven (So., 15 Uhr, Abisol-Arena) beinahe Pflicht.

„Es wird wohl nur über die Heimspiele gehen. Heven, Sprockhövel, Neuenkirchen und Schermbeck sollten wir schlagen“, hat Reimann einen konkreten Rettungsplan im Kopf. Allerdings weiß er auch, dass sich Pläne nicht ohne weiteres umsetzen lassen. „Heven ist schon ein dicker Brocken, und auch an das 1:4 im Hinspiel haben wir keine guten Erinnerungen.“

Damals lief Herne nur hinterher und lag nach einer Stunde schon 0:4 hinten. Ähnlich erging es letzten Sonntag dem SV Schermbeck, der in Witten mit 0:5 baden ging, obwohl TuS-Trainer Jörg Behnert auf elf Spieler verzichten musste, darunter die Toptorschützen Dosedal und Nyenhuis. „Auf Abou-Saleh, den Zehner, und Mudric oder Peci in der Spitze müssen wir besonders aufpassen“, schärft Reimann seiner zuletzt wackligen Abwehr ein. Für seinen Sohn Tim, der nach der Roten Karte von Gievenbeck für vier Spiele gesperrt ist, dürfte Semih Güler rechts verteidigen. Philipp Kraska ist trotz Prüfungen dabei, auch mit Samed Sazoglu rechnet Reimann. Fraglich ist der Einsatz von Andy Pollasch.

Derweil hat sich der vor einer Woche ausgebootete Dino Dzaferoski zu Wort gemeldet. „Aus meiner Sicht habe ich mich immer voll für die Mannschaft eingesetzt, das haben mir auch viele Mitspieler per SMS bestätigt“, sagt der 21-Jährige. „Dass ich in Hamm nicht von Anfang an gespielt habe, hat mir natürlich nicht gepasst. Und das habe ich auch den Trainer merken lassen.“ Besonders enttäuscht sei er, dass ihn der Trainer telefonisch habe abservieren wollen. „Das hätte er mir auch unter vier Augen in der Kabine sagen können.“