Erste allgemeine Verunsicherung

Uwe Eulig
Trotz seiner immensen Erfahrung ließ sich Hernes Petr Korbel von fragwürdigen Aufschlagtricks seines Gegners aus dem Gleichgewicht bringen und verlor im fünften Satz. Foto Thomas Schild / WAZ FotoPool
Trotz seiner immensen Erfahrung ließ sich Hernes Petr Korbel von fragwürdigen Aufschlagtricks seines Gegners aus dem Gleichgewicht bringen und verlor im fünften Satz. Foto Thomas Schild / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool

TTC Ruhrstadt Herne -
SV Plüderhausen 0:3

Die erste Enttäuschung gab es schon vor Spielbeginn, weil nur 82 Zuschauer den Weg in die Ruhrstadtarena gefunden hatten. Es sollte nicht die einzige bleiben.

Gleich im ersten Spiel musste der Herner Bundesligist einen schweren Rückschlag hinnehmen, als seine Nummer eins Kim Jung Hoon unerwartet gegen Karakasevic unterlag. Dabei hatte der Koreaner im vierten Satz bereits Matchball, den der 36-jährige Serbe jedoch mit einem seiner trickreichen, wenn auch nicht immer regelkonformen Aufschläge abwehrte. Dass die nach den beiden Auftaktniederlagen spürbare Verunsicherung im Team auch an dem bisher so selbstsicheren Kim nicht spurlos vorbei gegangen ist, zeigte sich kurz darauf. Beim Stande von 10:11 verschlug er seinen eigenen Aufschlag. Im Entscheidungssatz lief er dann früh einem Rückstand hinterher. Als er sich bei 4:6 wieder heran gekämpft hatte, sorgte ein erneuter Fehlaufschlag für die Vorentscheidung.

Ganz ähnlich verlief die zweite Partie, in der Petr Korbel als Nummer zwei gegen Plüderhausens Spitzenspieler Leung spielte. Zwar verlor der tschechische Nationalspieler den ersten Satz durch einen verdeckten Aufschlag des Chinesen, gegen den er selbst verhalten und die Ruhrstadt-Bank lauthals protestierte, holte sich dann aber die beiden folgenden Durchgänge. Im vierten Satz packte der Plüderhausener Penholder-Spieler dann wieder ganz tief in die Aufschlagtrickkiste. Der 40-jährige Ruhrstadt-Profi, der mit den Jahren scheinbar auch immer dünnhäutiger wird, haderte mit seinem Gegner, mit dem hilflosen Schiedsrichtergespann - aber letzten Endes wohl doch hauptsächlich mit sich selbst - und verlor zu acht.

Jetzt stand Lars Hielscher in der folgenden Begegnung gegen Thomas Keinath unter dem Druck des unbedingten „Gewinnenmüssens“. Offensichtlich war er dem nicht gewachsen. Er wollte zu viel, übertrieb dabei das Risiko und produzierte reihenweise Fehler. Sein Gegenüber brauchte eigentlich nur noch den Ball im Spiel zu halten und darauf zu warten, dass Hielscher einen Ball nach dem anderen verschoss. So verlor er schnell die beiden ersten Sätze und lag im dritten bereits 2:8 hinten, als er sich noch einmal aufbäumte. Tatsächlich schaffte er das 8:8 und stand kurz davor, dem Spiel und damit vielleicht der gesamten Partie noch eine Wende zu geben. Doch sinnbildlich für sein Auftreten und das seiner genauso verunsicherten Teamkollegen ermöglichte er Keinath den Sieg mit einem Fehlaufschlag beim Stande von 9:10.

Nach dem Spiel bemühte sich Peter Kukovic, keine Katastrophenstimmung aufkommen zu lassen: „Wir haben auch heute nicht enttäuscht. Sowas passiert eben, wenn einem einmal das Pech am Schläger klebt. Wir holen schon noch unsere Punkte, auch wenn wir mit 0:10 Zählern starten sollten.“