Emscher-Hammer plagen Personalsorgen

Einen starken fünften Platz brachte der Emscher-Hammer um Schlagmann Bernd Heidicker (l.) aus Duisburg mit. In Kassel muss er auf mehreren Positionen umbesetzt werden.
Einen starken fünften Platz brachte der Emscher-Hammer um Schlagmann Bernd Heidicker (l.) aus Duisburg mit. In Kassel muss er auf mehreren Positionen umbesetzt werden.
Foto: RBL

An diesem Samstag geht der Emscher-Hammer wieder auf Reisen. Zum ersten Mal in der Geschichte der PRODYNA Ruder-Bundesliga (RBL) gastieren die schnellsten Sprint-Achter Deutschlands in Kassel. Pünktlich zum 1100-jährigen Jubiläum können die Kasseler nicht nur sich selbst, sondern auch nahezu 500 Athleten feiern, wenn sie sich Bord-an-Bord-Kämpfe liefern.

Feiern lassen möchte sich auch der Emscher-Hammer, doch die Vorzeichen stehen schlecht. Nachdem die Athleten um Olympiaruderer Bernd Heidicker und Urs Käufer in Duisburg mit dem guten Platz fünf überraschten, scheint eine Wiederholung des Ergebnisses in Kassel äußerst unwahrscheinlich.

Max Bandel sitzt auf Schlag

Denn die Renngemeinschaft aus Hamm und Wanne-Eickel plagen arge Personalsorgen. So muss die Ruhrpott-Crew schon wieder ihren Schlagmann austauschen. „Normalerweise ist das Hin und Her auf der Schlagposition recht ungünstig, doch uns bleibt leider nichts anderes übrig. Jeder Schlagmann fährt seinen eigenen Rhythmus, die Crew muss sich jedes Mal neu anpassen. Da wir nun wirklich nicht die großen Trainingsumfänge rudern, könnte sich der erneute Wechsel als eine echte Herausforderung herausstellen“, erklärt der neue Schlagmann Max Bandel die Problematik.

Das ist aber beileibe nicht das einzige Problem. Aufgrund von Klausuren, Examen und Urlaub ist das Boot deutlich unterbesetzt. Also haben die Sportler fleißig mobilisiert. „Aus eigener Kraft hätten wir keinen Achter nach Kassel schicken können, hätten mit einer Geldstrafe und Punktabzug rechnen müssen. Daher haben wir einfach in unseren Vereinen, bei unseren ehemaligen Mitgliedern und anderen RBL-Vereinen nachgefragt, ob die uns nicht aus der Bredouille helfen können“, so Teamkapitän Frank Wustmann.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Mit Christian Gierse (Hamm) , Tim Rupp, dessen Bruder Jan ebenfalls zur Crew zählt, und Helge Offermann, einem Trainingskameraden von Schlagmann Max Bandel, erklärten sich drei Ruderer bereit, in Kassel auszuhelfen. Dazu steigt Kristian Schreiber vom Sprintteam Mülheim als „Leihgabe“ in den Emscher-Hammer. Eine bunt zusammen gewürfelte Mannschaft also, die nur positiv überraschen kann.

Zum Glück hat sich der Achter vom Kanal durch Platz fünf in Duisburg ein hübsches Polster zu den Abstiegsrängen angelegt. Doch damit dies in der Stadt der documenta, der weltgrößten Ausstellung für zeitgenössische Kunst, auch so bleibt, muss sich die bunte Truppe auch zeitgenössisch in die Riemen legen. Ein völliger Ausreißer nach unten könnte vor der Schlussregatta in Hamburg erneut Abstiegsgefahr heraufbeschwören. „Der Emscher-Hammer war seit Bestehen der RBL erstklassig, und das soll auch weiterhin so bleiben““, stellt Kraftpaket Jonas Kell klar.

 
 

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