Emscher-Hammer meldet sich zurück

Platz fünf belegte der Emscher-Hammer mit Bernd Heidicker am Schlag auf der Wedau
Platz fünf belegte der Emscher-Hammer mit Bernd Heidicker am Schlag auf der Wedau
Foto: frei

Der Emscher-Hammer hat die Kurve gekriegt. Beim „Bergfest“, der dritten von fünf Regatten der PRODYNA Ruder-Bundesliga (RBL), machte der Achter von RV Emscher Wanne-Eickel und RC Hamm reichlich Boden gut und setzte sich mit Platz fünf im Tabellenmittelfeld fest. Nach den ersten beiden Renntagen lagen die Recken vom Kanal nur wenige Punkte von einem Abstiegsplatz entfernt.

Die zweimonatige Sommerpause hatten die Sportler eigentlich nutzen wollen, um durch gemeinsames Training Defizite abzubauen. Doch wieder einmal gelang es nicht, die guten Absichten in die Tat umzusetzen. Gerade drei-, viermal klappte es mit einem Training im Großboot, also mussten die Athleten die nötigen Trainingskilometer im Vierer oder Zweier abspulen. „Wir waren schon ein wenig von uns selber enttäuscht, dass wir einen Kader von 16 Athleten haben und es nicht schaffen, regelmäßig einen Achter aufs Wasser zu bringen. Aber immerhin weiß jeder, wie wichtig jede einzelne Einheit ist, und dort gibt dann auch jeder sein Bestes und ist hochkonzentriert“, sagte Neuzugang Jan-Hendrik Potthoff.

Dementsprechend unsicher reiste die Mannschaft dann nach Duisburg. Angekommen auf der Wedau-Regattastrecke, auf der sonst internationale Wettkämpfe im Ruder- und Kanusport ausgetragen werden, verlief das Abschlusstraining auch nicht wie gewünscht.

Doch dann bestätigte sich eine alte Theater-Weisheit: Geht die Generalprobe schief, gelingt der Auftritt umso besser. Im Zeitfahren landete der Emscher-Hammer auf dem achten Platz – nicht überragend, aber mehr als zufriedenstellend, hatte man doch die eigenen Erwartungen übertroffen. Und das war keine Eintagsfliege, sondern der Auftakt zu einer ganzen Serie von starken Rennen. Im Achtelfinale bestätigte die Crew um Schlagmann Bernd Heidicker exakt ihre Zeit aus dem ersten Rennen, belegte hinter Frankfurt, aber deutlich vor Booten aus Hamburg und vom Maschsee Rang zwei und hatte damit einen Platz unter den ersten Acht sicher.

Cleveres Rennen im Viertelfinale

Im Viertelfinale aber erwischten die Männer aus dem Pott einen bärenstarken Lauf. Schnell zeigte sich, dass der amtierende Meister und Seriensieger Crefelder RC sowie der Münster-Achter – beide standen sich später auch im Finale gegenüber -- nicht zu halten waren. Also nahmen Heidicker und Co. etwas Druck raus, um Körner für die letzten Rennen zu sparen.

Eine clevere Maßnahme, wie sich dann zeigte. In einem packenden Halbfinale musste der Emscher-Hammer schon alles geben, um den Pirna-Achter um eine halbe Sekunde zu distanzieren. Damit fanden sich Steuerfrau Stefanie Winkelmann und ihre acht starken Männer im Finale um Platz fünf und sechs wieder. Der Gegner, der Dole Achter RCFH Hamburg, war kein Nobody, sondern hatte den ersten Renntag in Frankfurt dominiert.

Auf der Wedau aber schob der Emscher-Hammer seine Bugspitze mit 22 Hundertsteln Vorsprung über die Ziellinie und konnte sich nach einem zwölften Platz in Frankfurt und Rang zehn in Rüdersdorf über den fünften Platz freuen. „Es war ein super Renntag. Ich habe keine Ahnung, wie wir das geschafft haben. Unsere Vorbereitung lief nun wirklich nicht optimal, aber wir hatten ein super Team, welches Spaß an der Veranstaltung hatte und sich somit immer weiter steigern konnte“, erklärte Max Bandel den Leistungsschub.

Das allein war es aber nicht. So stark wie in Duisburg war der Achter nämlich lange nicht besetzt. Urs Käufer, Olympia-Sechster im Vierer ohne, gab sein Debüt im Boot, und auch RVE-Ass Rene Stüven, gerade von der U23-WM in Österreich zurück, legte sich für die Mannschaft in die Riemen.. „Dieses Niveau, welches wir uns hier in Duisburg aufgebaut haben, müssen wir nun versuchen zu halten oder sogar noch auszubauen“, resümierte der Dienstälteste, Alexander Palfner.

Start in Kassel noch ungewiss

Doch könnte diese Aufgabe schwieriger werden als gedacht. In zwei Wochen gastiert die RBL zum ersten Mal in Kassel, und bisher stehen nur fünf Athleten zur Verfügung. „Wir haben ja noch ein paar Tage Zeit, um uns auf Kassel vorzubereiten. Wir wollen nicht jetzt schon den Teufel an die Wand malen, dafür ist es noch zu früh. Zur Not müssen halt ehemalige Athleten wieder antreten, um die Ehre des Emscher-Hammer zu retten“, scherzt Mannschaftskapitän Frank Wustmann. Wustmann weiter: „Aber mit dem fünften Platz konnten wir uns immerhin einen kleinen Puffer zu den Abstiegsplätzen aufbauen. So haben wir ein wenig Druck von der Mannschaft nehmen können.“

Die Ruhrpott-Crew hat sich von Platz 13 in der Gesamttabelle auf den neunten Platz hoch kämpfen können. Bleibt nun abzuwarten, wie sie die Personalprobleme bis Kassel lösen und ob sie dort die Leistung aus Duisburg wiederholen können.

 
 

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