Emscher-Hammer gut verstärkt

Auch in der neuen Saison soll gejubelt werden: Der Emscher-Hammer hofft erneut auf eine vordere Platzierung.
Auch in der neuen Saison soll gejubelt werden: Der Emscher-Hammer hofft erneut auf eine vordere Platzierung.
Foto: Alexander Pischke

Am 16. Mai startet die Ruder-Bundesliga auf dem Main in Frankfurt in ihre siebte Saison. Mit dabei bei den Männern ist natürlich auch wieder der RV Emscher Wanne-Eickel, eines der Gründungsmitglieder der Eliteliga im Sprint der Achter. In der Ruderszene ist das Großboot vom Westhafen besser bekannt als Emscher-Hammer, seit der RVE vor einigen Jahren zur Renngemeinschaft mit dem Ruderclub Hamm fusionierte.

Zum Titelgewinn hat es für den Emscher-Hammer bislang zwar noch nicht gereicht, aber neben einigen Podiumsplätzen ruderten die heimischen Recken zumeist im oberen Teil der Tabelle mit. In der vergangenen Saison sprang in der Endabrechnung noch der fünfte Platz heraus, und das nach einem mit Rang zwölf ziemlich verpatzten Start in Frankfurt.

Platz fünf heißt das Ziel

„Platz fünf und besser“, lautet auch das Ziel, das Gregor Hauffe für die neue Regattaserie ausgibt. Hauffe, der seine Karriere beim RV Emscher startete und zwischen 2009 und 2011 dreimal in Folge mit dem Deutschlandachter WM-Gold holte, will sich nicht mehr selbst in die Riemen legen. „Dafür bin ich zu alt“, scherzt der bald 33-Jährige, der eine Rückkehr in den Rollsitz „nur in äußersten Notfällen“ für möglich ist. In erster Linie stellt sich Hauffe als Trainer zur Verfügung und kümmert sich seit der neuen Saison auch um die Pressearbeit des Emscher-Hammers.

Um Vorjahresplatz fünf zu wiederholen, muss sich die Crew um ihren Kapitän Moritz Boeddinghaus mächtig ins Zeug legen. „Wir müssen immer präsent sein. So einen Fehlstart wie letztes Jahr in Frankfurt dürfen wir nicht wiederholen. Die Leistungsniveau ist dichter geworden“, sagt Hauffe. So war der Crefelder Ruder-Club als sechsfacher Deutscher Meister lange Zeit das Maß aller Dinge, aber in der letzten Saison setzte sich der Champion nur knapp mit zwei Zählern vor der Frankfurter RG Germania durch. Auch der Pirna-Achter und der Münster-Achter schlossen die Saison noch mit einem komfortablen Polster vor dem Emscher-Hammer ab, dahinter waren die Abstände dann deutlich geringer.

Aber die Ruderer vom Westhafen sehen sich personell durchaus konkurrenzfähig. Dafür sorgen auch zwei prominente Neuzugänge. Urs Käufer (30) und Filip Adamski (32), die 2009 in Posen zusammen mit Gregor Hauffe im Gold-Achter saßen, bringen viel Qualität und Erfahrung mit. Und mit Adamski rudert jetzt auch ein Olympiasieger (2012 in London) im Emscher-Hammer.

„Das Training verläuft bisher sehr gut, auch wenn häufiger personelle Ausfälle zu beklagen sind. Die Rudertechnik wurde verbessert und stabilisiert. Viele Belastungen wurden im Boot gefahren und ließen auf ein gutes Leistungsvermögen schließen. Deshalb gehe ich davon aus, dass die nötige hohe Qualität an den Renntagen abgerufen werden kann - welche unbedingt nötig ist“, sagt Hauffe.

Seit Anfang April läuft die spezifische Vorbereitung auf den ersten Renntag – mit Krafttraining und Sprints im Boot. „Ein gutes Abschneiden in Frankfurt ist wichtig für Moral und Sicherheit“, weiß der Trainer.

Ein Handicap allerdings hat der Emscher-Hammer – nämlich das Boot. „Der weiße Wal ist überaltert und müde geworden“, sagt Hauffe über den Achter, der gut 15 Jahre auf dem Buckel hat und weich geworden ist. „Die hohen Kräfte in der Startphase werden im Boot geschluckt und können nicht zum Vortrieb genutzt werden – ergo: früher Rückstand zum Gegner“, erklärt Gregor Hauffe und hofft auf Sponsoren für eine Neuanschaffung.

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