Emscher-Hammer als Wundertüte

Der Emscher-Hammer startet auch in dieser Saison in der 1. Ruder-Bundesliga. Foto: Privat
Der Emscher-Hammer startet auch in dieser Saison in der 1. Ruder-Bundesliga. Foto: Privat
Der vom RV Emscher Wanne-Eickel und dem Ruderclub Hamm gebildeteMännerachter startet auch in dieser Saison in der 1. Bundesliga. Das Leistungsvermögen der Mannschaft ist nach personellen Veränderungen aber nur schwer einzuschätzen.

Knapp 30 Kilometer Richtung Osten sind es von Berlin bis nach Rüdersdorf. 15 000 Menschen leben in der kleinen Stadt, und eines der Aushängeschilder ist der Rüdersdorfer Ruderverein Kalkberge. Zu Hause auf dem Kalksee ist der RRVK am 16. Juni erster Gastgeber der Saison 2012 in der Ruder-Bundesliga. Und natürlich mit am Start in der 1. Liga der Männer ist auch wieder der Emscher-Hammer, der vom RV Emscher Wanne-Eickel und dem Ruderclub Hamm gebildete Männerachter.

Nachdem der Emscher-Hammer im Kreis der besten deutschen Club-Achter in der Saison 2011 einen hervorragenden dritten Platz belegt hatte und auch im vergangenen Jahr als Vierter überzeugen konnte, ist das Leistungsvermögen der Mannschaft derzeit allerdings nur schwer einzuschätzen. Bisher gehörten etliche international erfolgreiche und erfahrene Athleten zum Kader, dieses Jahr sieht das allerdings etwas anders aus.

Mit Paul Dienstbach, Thorsten Engelmann und Gründungsmitglied Jan Müller verlassen den Emscher-Hammer drei wichtige Leistungsträger. Dienstbach und Müller hat es beruflich in eine anderes Bundesland verschlagen, und auch Engelmann fehlt aus beruflichen Gründen die Zeit, regelmäßig mit seinen Kameraden auf dem Wasser zu trainieren. Aber auch auf zwei Eigengewächse muss der Emscher-Hammer verzichten. Bei Tilo Rentsch ist es jedoch ein erfreulicher Grund, weshalb er dieses Jahr nicht mehr dabei sein kann: Er hat mit seiner langjährigen Freundin eine kleine Familie gegründet. Niels Thielert hingegen hat immer noch mit starken Rückenproblemen zu kämpfen und setzt deshalb erst mal für ein Jahr aus.

Aber der Emscher-Hammer kann sich auch über zwei Neuzugänge freuen. Mit Jonas Kell aus Hamm kommt ein neues und frisches Gesicht in die Truppe. Sein Bruder Niklas stieß schon letztes Jahr dazu und konnte ihn mit dem RBL-Fieber anstecken. Auch aus Herne kommt ein neuer Athlet für die Gute-Laune-Truppe. Mit Christian Rennkamp konnte ein physisch starker Mann gewonnen werden.

Jedoch sind die Abgänge nicht die einzige Sorge, die die Mannen vom Rhein-Herne-Kanal haben. Max Bandel, in der letzten Saison Schlagmann bei den Regatten in Hannover und Hamburg, hat es beruflich und privat nach Bonn gezogen. Er steht der Truppe zwar weiterhin treu zur Seite, jedoch wird die große Entfernung zum Trainingsort ein regelmäßiges Training nicht mehr zulassen. Auch Falk Müller, Schlagmann in Frankfurt, Münster und Krefeld, ist beruflich stärker eingespannt. Dementsprechend muss sich der Emscher-Hammer auch nach einem neuen Schlagmann umsehen, der regelmäßig und verlässlich beim Training ist.

Somit liegt es wirklich zunächst in der Hand der jüngeren Generation, die Philosophie und den Ehrgeiz des Emscher-Hammer aus den vergangenen Jahren fortzuführen. Verstärkung könnte es aber noch im Laufe der Saison geben. Wenn René Stüven und Konstantin Hermes vom RV Emscher ihre nationalen und internationalen Wettkämpfe über die 2000m-Strecke abgeschlossen haben, wollen auch sie zum Kader stoßen.

Mit Matthias Stallmeyer konnte ein erfahrener Trainer gewonnen werden. Dieter Müller aus Hamm und Manfred „Egon“ Ahrendt aus Herne stehen zwar weiterhin der Gruppe zur Verfügung, jedoch sind beide Vereinstrainer und können sich nicht allzu sehr auf den Bundesliga-Achter konzentrieren, da sie noch andere Sportler zu betreuen haben. Diese Aufgabe übernimmt nun Stallmeyer. Er konnte auch schon einige Bundesliga-Erfahrung beim Kanalnachbarn, dem Ruderverein Rauxel, sammeln.

Wie sich der Emscher-Hammer in der Saison 2012 entwickeln wird, bleibt abzuwarten. „Das Ziel ,Tagessieg’ ist in diesem Jahr eine quasi unlösbare Aufgabe. Wir wollen uns aber im einstelligen Tabellenbereich festbeißen. Und wer weiß, vielleicht schaffen wir es dieses Jahr wieder unter die Top 5. Das wäre wirklich großartig“, so Mannschaftskapitän Frank Wustmann.

 
 

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