Eine Serie wird reißen

Wolfgang Volmer
Nur so geht’s. Mit vollem Einsatz müssen Robert Hansmann (l.) und seine Kollegen auch gegen Heven zu Werke gehen, wollen sie endlich einmal Punkte zuhause behalten.
Nur so geht’s. Mit vollem Einsatz müssen Robert Hansmann (l.) und seine Kollegen auch gegen Heven zu Werke gehen, wollen sie endlich einmal Punkte zuhause behalten.
Foto: Haenisch / waz fotopool
Gegen das punktlose Schlusslicht TuS Heven muss der SC Westfalia Herne endlich seine ersten Heimzähler einfahren.

Eine Serie wird reißen. Mindestens. Schließlich werden in jedem Fußballspiel drei Punkte vergeben. Sogar an diesem Sonntag, wenn sich ab 15 Uhr in der Abisol-Arena der SC Westfalia Herne und TuS Heven gegenüberstehen.

Null Punkte, null zu acht Tore – so liest sich die Heimbilanz des SC Westfalia. Beschämend, wie Trainer Hans Bruch findet. Dass es mit Spitzenreiter Rödinghausen (4:0), dem punktgleichen Zweiten Arminia Bielefeld (3:0) und dem Tabellenfünften RW Ahlen (1:0) drei Topteams waren, welche die Punkte vom Schloss mitnahmen, lässt der SCW-Coach vielleicht noch als Erklärung gelten, keinesfalls aber als Entschuldigung. „Das ist auch eine Frage der Einstellung. Wenn alle voll mitziehen und richtig dagegenhalten, muss man auch solche Spiele nicht verlieren.“ Muss man nicht, aber kann man.

Was für das morgige Spiel nicht gilt. Das kann man verlieren, darf aber nicht. Denn der TuS Heven hat, für Außenstehende unerklärlich, bislang alle neun Spiele in den Sand gesetzt, hat keinen Punkt, aber ein desaströses Torverhältnis von 8:30 auf dem Konto. Auch der in solchen Situationen branchenübliche Trainerwechsel ist bereits wirkungslos verpufft. Sechsmal hockte Jörg Behnert auf der Bank, nach dem 1:2 gegen Rheine übernahm Christian Schreier – und musste binnen einer Woche drei Niederlagen kommentieren. Ein 0:1 gegen Erkenschwick, ein 0:3 in Zweckel, zuletzt ein 1:5-Heimdebakel gegen Hamm. Schon die Körpersprache, meinte Schreier, war die von Verlierern. „Die Mannschaft ist völlig am Boden“, konstatierte der Ex-Profi.

Sieben Tage hatte er seitdem Zeit, sie wieder aufzurichten. Wie weit es gelungen ist, wird man am Sonntag am Schloss sehen. Hans Bruch jedenfalls wird nichts unversucht lassen, die Arbeit seines Kollegen zu untergraben und den Hevenern den nächsten Stoß zu versetzen. Allerdings schweren Herzens. Denn der SCW-Coach war es, der den TuS in die Oberliga führte und so seine dreijährige Arbeit in Witten krönte. „Natürlich habe ich gute Kontakte zu vielen Spielern. Und so schlecht, wie es die Tabelle aussagt, ist die Mannschaft wirklich nicht. Da sind schon gute Fußballer drin“, sagt Bruch, nennt Namen wie Keller, Kiral, Knapp oder Ramsey. Und setzt seine Truppe dennoch unter Druck: „Alles andere als ein Sieg wäre fatal.“

Wer den einfahren soll, ließ er offen. „Ich habe die Jungs nach meinem Urlaub erst einmal gesehen, werde das Abschlusstraining abwarten und mich noch mal mit Pietro Perrone austauschen.“