„Eine schwierige Lage“ für den SC Westfalia Herne

Timm Becker
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Herne. Herr Loch, mögen Sie eigentlich den Winter?

Sascha Loch: Ja, den mag ich schon. Aber nicht den in Herne.

Der Herner Winter bereitet Ihrem Verein derzeit einige Probleme.

Loch: Wir haben nunmehr vier Monate nicht mehr spielen können. Das sind vier Monate, in denen wir keine Einnahmen hatten, die laufenden Kosten aber gedeckt werden müssen. Und es entstehen ja neue Kosten, beispielsweise durch Frostschäden im Stadion. Die Kosten für das Stadion beträgt die Hälfte der Gesamtkosten. Natürlich haben wir Sponsoren, die uns unterstützen, aber damit können wir die Lücken nicht schließen. Das ist eine schwierige Lage.

Was bleibt Ihnen in der jetzigen Situation denn anderes übrig, als abzuwarten bis das Wetter wieder besser wird?

Loch: Wir müssen versuchen, auch andere Einnahmequellen zu erschließen. Gerade um Situationen, wie sie jetzt entstanden sind, abzufedern. Ich meine damit Veranstaltungen außerhalb des Fußballs, mit denen wir die Leute zu uns ins Stadion und ins Vereinsheim holen. Wir sind da für jede neue Idee und jeden Vorschlag aufgeschlossen. Wir müssen umdenken, Raum schaffen für Ideen, um ein Stadion mehr zu nutzen, als nur alle 14 Tage darin Fußball zu spielen. Außerdem haben wir in der Pause die Sanierungsmaßnahmen vorangetrieben, um das Stadion vor größere Schäden zu bewahren. Wir haben Verkaufsstände repariert, Zäune, die sanitären Einrichtungen.

Wie kritisch ist die momentane Situation für den Verein?

Loch: Wir konnten einige Kosten nicht rechtzeitig decken. So hinken wir mit den Aufwandsentschädigungen für die Mannschaft hinterher. Doch die hat in dieser schwierigen Situation ihren Teil dazu beigetragen, um dem Verein zu helfen. Aber langsam haben unsere Kräfte ihre Grenzen erreicht.

Am Sonntag kann aller Voraussicht nach wieder gespielt werden. Ist dann alles wieder gut?

Loch: Zunächst einmal haben wir dann eine Perspektive. Das ist auch wichtig für die Mannschaft, auch die braucht Unterstützung. Es wäre ihr zu gönnen, wenn die Leistungen, die sie bringt, von den Zuschauern honoriert wird, das ist die Motivation für das Team. Der Mannschaft steht in der nächsten Zeit harte Wochen bevor. Von der nächsten Woche an bis Anfang Juni steht sie unter Dauerbelastung,. Da haben wir ausschließliche englische Wochen, weil die ausgefallenen Spiele ja nachgeholt werden müssen, der Terminkalender ist vollgestopft.

Sie sprachen eben die Unterstützung durch die Zuschauer an. Die könnte größer sein.

Loch: Ja, von 2010 bis jetzt haben wir einen Rückgang um 50 Prozent. Das hat sicherlich auch mit der sportlichen Leistung zu tun. Aber wir haben uns zum Ziel gesetzt, verstärkt auf den eigenen Nachwuchs und Spieler aus der Region zu setzen. Das braucht seine Zeit, bis es Früchte trägt, da haben wir eine Durststrecke zu überstehen. Unterstützung hat diese Mannschaft, bei der mittlerweile gute Ansätze zu erkennen sind, auf ihrem Weg aber allemal verdient.