Eine Saison der Superlative

Schon Mitte Mai konnte der SV Holsterhausen nach seinem 2:0-Sieg über die SpVg Röhlinghausen nicht mehr vom ersten Platz verdrängt werden und den Aufstieg feiern.
Schon Mitte Mai konnte der SV Holsterhausen nach seinem 2:0-Sieg über die SpVg Röhlinghausen nicht mehr vom ersten Platz verdrängt werden und den Aufstieg feiern.
Foto: Haenisch / Funke Foto Services

Nach nur einem Jahre feiert der SV Holsterhausen die direkte Rückkehr in die Kreisliga A. Die Truppe von Andreas Meise beherrschte die Kreisliga B2 von Beginn an und kam am Ende mit einem Vorsprung von 17 Punkten auf den RSV Wanne ins Ziel. So ganz nebenbei erreichte der SVH sensationell das Kreispokal-Finale. WAZ-Mitarbeiter Matthias Schübel sprach mit SVH-Coach Andreas Meise über eine Saison der Superlative.

Vor der neuen Runde in einer neuen Liga weiß man als Absteiger nie wo man steht. Wie war die Ausgangslage vor der Saison?

Die Ausgangslage vor der Saison ist eigentlich schnell umschrieben: Bereits mit der Aufnahme der Tätigkeit zu Beginn der Rückrunde der Vorsaison hat mir der Vorstand mitgeteilt, dass der scheinbar unvermeidbare Abstieg, der sich ja auch leider eingestellt hat, kein Problem darstellt. Es gab vielmehr den Wunsch, eine schlagkräftige Mannschaft aufzustellen, die wachsen solle und den SV Holsterhausen wieder vernünftig repräsentiert. Klar war dabei auch, dass versucht werden sollte, mit einer stark verjüngten Mannschaft an den Start zu gehen.

War der Wiederaufstieg das erklärte Saisonziel?

Nein, überhaupt nicht. Aufgrund des Umbruches mit neun neuen Spielern und dem Abstieg waren wir nicht sicher, wie sich die neue Mannschaft, mit einem Durchschnittsalter von rund 21 Jahren, in der Liga behaupten kann. Wir haben ganz klar gesagt, dass wir solange wie möglich oben mitspielen wollen und dabei den einen oder anderen ärgern möchten. Insgeheim haben wir gehofft, dass alles super läuft, aber es gab nie das Saisonziel „Aufstieg“.

Wie würden Sie die Hinrunde zusammenfassen?

Die Hinrunde hat alles in den Schatten gestellt. Wir standen am Ende ungeschlagen an der Spitze und hatten einen komfortablen Vorsprung, da die Konkurrenten oft Punkte haben liegen lassen. Auch ein 1:3-Pausenrückstand im letzten Spiel des Jahres bei ASC Leone hat die Mannschaft nicht nervös gemacht und wir haben das Ding noch mit 5:3 gewonnen. Erst da wurde einigen klar, wie stark wir wirklich waren.

Nach der Hinrunde hatte der SVH acht Punkte Vorsprung. Machte das die Rückrunde schwieriger?

Die Rückserie verlief etwas stotternd. Das hatte aber auch mehrere Gründe: Zum einen spielte jetzt jeder gegen den ungeschlagenen Tabellenführer und wollte uns das Leben schwer gemacht. Zum anderen haben die jungen Spieler angefangen zu überlegen. Das zusammen ergibt dann nicht immer das Spiel, das wir in der Hinrunde gesehen haben. Die Gegner waren defensiver und wir hatten weniger Platz zum Kombinieren. Die erste Saison-Niederlage beim RSV Wanne und gleich danach die Heimpleite gegen Constantin haben dazu geführt, dass wir noch einmal näher zusammengerückt sind. Gefühlt war man bereits am Ziel, aber es schien fast so, dass genau dieses Gefühl alle etwas gelähmt hat.

Gab es ein „Knackpunkt-Spiel“, nach dem Sie sicher waren: „Wir packen das“?

Das war das Spiel nach den beiden Niederlagen. In der Woche danach gab es viele Gespräche, jeder konnte seine Meinung sagen. Danach war noch nicht alles wieder Gold, was glänzte, aber man merkte, dass die Jungs begriffen hatten, dass sie eine Schüppe drauflegen mussten.

Waren die Pokalerfolge hilfreich für die Spiele in der Meisterschaft?

Ganz klar. Mit den Siegen gegen höherklassige Mannschaften ist von Anfang an das Selbstbewusstsein gestiegen. Und diese Erfolge waren nicht glücklich, sondern durchaus verdient. Einziger Nachteil war, dass die Jungs so ab und zu dachten, sie seien wirklich unschlagbar.

Gab es für Sie einen Moment der Saison?

Dieser Moment hat von August bis Juni angedauert. Mir läuft es jetzt noch eiskalt den Rücken runter, wenn dieser Film vor dem geistigen Auge abläuft. Was die Jungs geleistet haben, wie groß der Zusammenhalt war, das war wirklich überragend.

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