Ein wunderbarer Abend

Sie erhielten die Sportehrenplakette in Gold. Foto Thomas Schild / WAZ FotoPool
Sie erhielten die Sportehrenplakette in Gold. Foto Thomas Schild / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool

„Das haben wir doch ganz gut hingekriegt. Bei einem so umfangreichen Programm ist das eine gute Zeit“, sagte Werner Hansch am Freitagabend mit einem Blick auf sein Handgelenk. 22.25 zeigte die Uhr an; hinter den begeisterten Besuchern, Sportlern und Ehrengästen im Kulturzentrum lag ein fast dreieinhalbstündiger Ehrungsmarathon. Jetzt durften auch Oberbürgermeister Horst Schiereck, SSB-Chef Jürgen Cokelc und Sportausschussvorsitzender Wolfgang Stohr durchschnaufen: Sie hatten jeden einzelnen und jede einzelne der 146 Sportler und Sportlerinnen beglückwünscht und mit der entsprechenden Sportehrenplakette in Bronze, Silber oder Gold ausgezeichnet.

Nach der Begrüßungsrede von OB Schiereck nahm die traditionelle Sportlerehrung der Stadt Herne gleich Fahrt auf. „Livemusik hatten wir hier schon lange nicht mehr“, freute sich Moderator Hansch, der wie immer locker-launig durch die Veranstaltung führte, auf den ersten Auftritt der Herner Band „Die Fabrinis“. Dem folgte eine Fecht-Demonstration des Herner TC. Während Jan-Patrick Camus und Lukas Rüller die Klingen kreuzten, versorgten Lara Budde und Jürgen Camus die Zuschauer mit fachkundigen Erklärungen.

Langeweile sollte auch während des weiteren Verlaufs des Abends nicht aufkommen. Schon der erste Auftritt von „Nos Ipsi“ fesselte das Publikum. Jessica und Hartmut Held zelebrierten ihre an alte Zirkustradition erinnernde Akrobatik zu emotionaler Musik mit sinnlicher Pantomime und lösten bei den Zuschauern so manchen Gänsehauteffekt aus. Und als das Paar später seine Kunst noch einmal an der knapp fünf Meter hohen Vertikalstange demonstrierte, war der Beifall riesig.

Aber auch Max Schrom, der mit seinem Bike waghalsige Sprünge demonstrierte und gar Werner Hansch als „lebendes Objekt“ in seine Show integrierte, kassierte ordentlich Applaus. Von der Lautstärke her wurde der Beifall aber noch einmal übertroffen, als Petair, Yujeen, Jah und Juz von „Reckless“ die Bühne mit ihrer Freestyle-Show im Breakdance erbeben ließen.

Die sportlichen Abräumer des Abends waren zweifellos die Masters-Schwimmer des SC Wiking Herne. Einmal Silber und vier Bronzemedaillen bei der Weltmeisterschaft in Göteborg sowie sieben Titel bei den Deutschen Meisterschaften sammelten Renate Christ, Gabriele Brkowski, Petra Duda, Tina Küter und Tanja Bloch für Herne in. Das bedeutete für die Wiking-Nixen um ihren Trainer Andreas Behnke natürlich auch am Freitag Gold.

SC Wiking räumt ab

Noch getoppt wurden diese Leistungen allenfalls von Helga Reich, die in der Altersklasse 70 ebenfalls für den SC Wiking ins Becken springt. Sie alleine holte fünf WM-Medaillen (dreimal Gold, je einmal Silber und Bronze) und stand bei den nationalen Titelkämpfen neben weiteren vorderen Platzierungen auch zweimal ganz oben auf dem Podest. Da war es kein Wunder, dass Helga Reich später noch einmal auf die Bühne musste, um aus den Händen von Jürgen Cokelc den Ehrenpreis des Stadtsportbundes entgegenzunehmen.

Auch eine Premiere gab es bei der Verleihung der Ehrenplaketten in Gold am Freitag. Als erster Moderner Fünfkämpfer wurde Dr. Georg-Maria Meyer vom Herner TC für seinen ersten Platz bei den German Masters ausgezeichnet. Dass der Moderne Fünfkampf aus den Disziplinen Springreiten, Pistolenschießen, Schwimmen, Laufen und Fechten besteht, ließ sich Moderator Hansch gerne noch einmal erklären.

Als Höhepunkt des Abends – „weil Sie, die Herner Bürgerinnen und Bürger dazu Ihre Stimmen abgegeben haben“, wie Hansch sagte – wurde die Mannschaft des Jahres 2010 geehrt. Auch hier war noch einmal der SC Wiking vertreten, der mit seiner WM-Bronzestaffel über 4x50m Lagen auf Platz zwei vor den Eishockeycracks des Herner EV landete. Den Scheck der Herner Sparkasse, den Sieger- und den Wanderpokal aber durften die Landesligahandballerinnen des TV Wanne 1885 entgegennehmen. Mit deutlichem Abstand (23,24% aller Stimmen) hatten sie eindeutig die größte Anhängerschaft mobilisiert. Und auch im nächsten Jahr möchten die jungen Handballerinnen wieder auf der Bühne stehen - dann vielleicht als Verbandsligaaufsteiger.

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