Eher Studienreise als Himmelfahrt

Wolfgang Volmer
Auch in Erndtebrück wird Robert Hansmann (r.) sicher wieder alles geben. Ob es für ihn und seine Herner Mitspieler reicht, ist eine andere Frage.
Auch in Erndtebrück wird Robert Hansmann (r.) sicher wieder alles geben. Ob es für ihn und seine Herner Mitspieler reicht, ist eine andere Frage.
Foto: WAZ FotoPool / Olaf Ziegler

Nach dem Stimberg also der Pulverwald. Gerade sechs Tage im Amt, betritt Westfalia-Trainer Jörg Silberbach mit seinem neuen Team schon wieder schwieriges Gelände. Kaum anzunehmen, dass sich der Oberligadritte TuS Erndtebrück auf heimischem Kunstrasen ausgerechnet vom seit einem halben Jahr sieglosen Vorletzten aus Herne die dicke Aufstiegschance anknabbern lässt (So., 15 Uhr, Pulverwaldkampfbahn).

„Wenn wir was mitnehmen können, werden wir das natürlich gerne tun“, bleibt Silberbach dennoch entspannt. Der 48-jährige Polizeibeamte sieht den 140-km-Trip ins Wittgensteiner Land nicht als um vier Tage vorgezogene Himmelfahrt, sondern als Studienreise. „Für mich ist wichtig zu sehen, wie sich die Jungs im Spiel verhalten. Erst danach müssen wir sie dazu bringen, den nächsten Schritt zu machen.“ Ins „Wir“ bezieht er Co-Trainer Hansi Bruch mit ein. „Er ist eigentlich ein Cheftrainer, der zum Beispiel Heven von der Bezirks- bis in die Oberliga gebracht hat. So einen Mann an der Seite zu haben, ist ein Riesenluxus, zumal wir die gleiche Vorstellung von Fußball haben und sehr gut befreundet sind.“

Viel Positives hat er auch von seiner jungen Truppe bislang gesehen. „Ich war sehr angetan, wie sie in Erkenschwick die Vorgaben aufgesogen und umgesetzt hat. Und das Training am Donnerstag war richtig klasse, wir haben zwei Stunden intensiv gearbeitet.“ Dabei habe er sofort korrigierend eingegriffen, wenn ihm etwas missfallen habe, habe aber auch viel positive Rückmeldung gegeben.

Vielleicht schafft es das neue Trainer-Duo ja tatsächlich, der verunsicherten Mannschaft frisches Selbstvertrauen einzuflößen. Ein Pünktchen im Pulverwald könnte als Initialzündung dienen. „Dazu müssen wir auch körperlich dagegenhalten. Erndtebrück hat sehr robuste, muskulöse Spieler“, weiß Silberbach, der auch wieder auf Samed Sazoglu und Rasit Tekin zurückgreifen kann.