Durch die Grüne Hölle

Der Herner Michael Westerhaus (gelbes Trikot) auf der Strecke
Der Herner Michael Westerhaus (gelbes Trikot) auf der Strecke
Foto: Fremdbild zur freien Verwendung

Ein Großteil der Bevölkerung nutzt das Wochenende, um sich von den Strapazen der langen und harten Arbeitswoche zu erholen. Michael Westerhaus wird sich in dieser Woche erst einmal von seinem langen und harten Wochenende erholen.

Bereits zum dritten Mal in Folge nahm der 31-jährige Herner bei „Rad am Ring“ teil. Zusammen mit über 6000 anderen Radbegeisterten trampelte er seine Rennmaschine in 24 Stunden so oft es ging über die Nordschleife des Nürburgrings. Im vergangenen Jahr qualifizierte sich Westerhaus dank 21 Runden und 540 Kilometer sensationeller Weise für das Race Across The Alps, das wohl härteste Eintagesrennen der Welt. Bei der diesjährigen Auflage in der Grünen Hölle wollte er noch einmal eine Runde drauf legen. „Das habe ich leider nicht geschafft. Es waren wieder 21 Runden“, zeigte sich der Fitnesstrainer aber keineswegs enttäuscht. Grund dafür ist, dass die Verantwortlichen in diesem Jahr die Runde um 600 Meter verlängerten, so dass der Herner am Ende 552 Kilometer auf seinem Tacho stehen hatte. Damit belegte er im Gesamtklassement den 17. Platz, in seiner Altersklasse gar Rang fünf. „Insgesamt ist mir das Rennen in diesem Jahr aber deutlich schwerer gefallen“, war Westerhaus erschöpft.

Wahrscheinlich lag es daran, dass er sich einen schnelleren Rennplan zurecht gelegt hatte, um die 22 Runden zu schaffen. „Ich bin schneller angegangen, aber nachts steigt man dann doch einmal fünf Minuten später auf den Sattel, um ein wenig mehr zu essen“, erklärt Westerhaus. Hinzu kam noch, dass er gut drei Runden auf nasser Strecke im Regen absolvieren und deshalb ein wenig vorsichtiger agieren musste.

Gegen die Motivationsprobleme auf der langen Strecke hatte er einen Partner dabei. Die meiste Zeit fuhr er gemeinsam mit Holger Zepper. Die beiden Herner hatten sich auch vorgenommen, ein wenig für den guten Zweck zu strampeln. „Unsere 1000 Kilometer für die Aktion Lichtblicke haben wir geschafft“, war Westerhaus froh. Wie viel Spenden insgesamt zusammenkommen, können die beiden aber noch nicht genau sagen. Das Vorhaben schien einmal sogar kurz zu scheitern, als Holger Zepper nach einer Kollision auf der Strecke für kurze Zeit mit einer Acht im Rad weiterfahren musste. Er kam am Ende auf 19 Runden und schaffte somit fast auf den Kopf genau 500 Kilometer.

Michael Westerhaus hat sich für den Rest dieses Jahres erst einmal keine größeren Rennen mehr vorgenommen. „Im Oktober steht noch ein dreitägiges Rennen im Schwarzwald an. Dann war‘s das für 2011“, will der Herner es in diesem Jahr jetzt langsam angehen lassen. Dafür soll es im nächsten dann umso mehr krachen. „Beim Race Across Austria 2012 möchte ich die Quali für das Race Across America schaffen“, hat Westerhaus schon wieder neue, größere Ziele. Ob er sich im kommenden Jahr zur zehnten Auflage von Rad am Ring auch wieder durch die Grüne Hölle quält, weiß er noch nicht. Das Race Across Austria fällt ziemlich genau in die gleiche Zeit, und das wären dann wahrlich zu viele Strapazen, erst recht en einem Wochenende.

 
 

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