Drei Wanner siegen im EM-Finale

Die drei Europameister aus Wanne-Eickel mit dem EM-Pokal (v.l.): Peter Rios, Sören Rittmeier und Sebastian Sommer.
Die drei Europameister aus Wanne-Eickel mit dem EM-Pokal (v.l.): Peter Rios, Sören Rittmeier und Sebastian Sommer.
Foto: Rittmeier

Er ist gerade erst wieder in Deutschland, als Sören Rittmeier sich am Mittwochnachmittag am Telefon meldet. „Das ist einfach nur geil, das ist noch schwer in Worte zu fassen.“ Seine Stimme klingt noch etwas belegt, verständlich: Es ist schließlich erst ein paar Stunden her, dass sich die Hochschulfußballer der Ruhr-Uni Bochum im kroatischen Osiejek zum Sieger der „Eusa-Games“, der Hochschul-Europameisterschaft krönten. Mit dabei auch Rittmeier vom SV Wanne 11 sowie Sebastian Sommer und Peter Rios vom DSC Wanne-Eickel.

Rittmeier wurde dabei zum Titelgaranten: Wie schon in den beiden vorausgegangenen K.O.-Spielen hielt er im Finale im Elfmeterschießen einen Schuss vom Punkt – Deutschland war Europameister.

Sommer verwandelt im Halbfinale

Das war vor einer Woche, als das Turnier für die deutsche Auswahl begann, nicht wirklich abzusehen gewesen. Auf der einen Seite standen festeingespielte Mannschaften wie die Engländer und Russen, die regelmäßig spielen und trainieren – auf der anderen Seite der eher „zusammengewürfelte Haufen“ aus Bochum, wie Sören Rittmeier beschreibt: „Wir haben zwar in den Wochen vorher ein paar Mal zusammen trainiert, aber dann ist es auchimmer schwierig, alle zusammenzukriegen.“

Sebastian Sommer schildert die eher kurze Vorbereitung: „Wir kennen uns alle, weil wir alles Sportstudenten sind und unser Dozent der Trainer ist und haben auch die deutschen Hochschulmeisterschaften als Vorbereitungsturnier gespielt“, erinnert er sich, ebenfalls mit rauer Stimme, „aber ins Turnier sind wir eher schwer reingekommen.“

Zum Auftakt gab es zwar einen 7:0-Sieg gegen die Abo-Akademi-Auswahl aus Finnland, es folgte jedoch ein ernüchterndes 0:3 gegen die russische Kuban State University – in der Dreiergruppe reichte dasaber fürs Viertelfinale. „Dann hat es zum Glück Klick gemacht.“

Eine typisch deutsche Turniermannschaft? Schon ab dem Hinflug sei aus der zusammengewürfelten Truppe eine Einheit geworden, so Rittmeier, spätestens die ersten Spiele hätten die Mannschaft fest zusammengeschweißt.

Im Viertelfinale gegen die türkische Mannschaft fielen 120 Minuten lang keine Tore – Sören Rittmeier und die Nervenstärke seiner Mitspieler (Rios verwandelte den ersten Schuss) brachten Deutschland weiter. Gegen die Auswahl aus Franche-Comte (Frankreich) spielte Deutschland zwar „überragend“ (Rittmeier), musste nach 2:2 trotzdem ins Elfmeterschießen – und gewann erneut, wieder traf Rios.

Die typisch deutsche Stärke im Elfmeterschießen? „Kann sein, zumindest war das die Rückmeldung unserer Gegner“, meint Sebastian Sommer, der im Halbfinale ebenfalls vom Punkt traf. Für Rittmeier steckt aber auch Akribie dahinter: „Wir haben geübt. Wir sind 2012 in Cordoba durch Elfmeterschießen ausgeschieden, das sollte nicht wieder vorkommen.“

Hektischer Heimflug

Kam es nicht: von 18 deutschen Elfmetern (inklusive Finale) trafen 16 ins Ziel, bei den Gegnern verschossen je zwei Schützen -- so auch im dramatischen Finale gegen die scheinbar übermächtige russische Auswahl, die regelmäßig trainiert, am Ligabetrieb teilnimmt und mit 11:2 Toren ungeschlagen ins Finale marschierte. Getragen von den etwa 800 Zuschauern erkämpfte Deutschland, die letzten Minuten der Verlängerung nach zwei Platzverweisen nur noch zu neunt. ein 0:0 – das reichte erst zum Elfmeterschießen, und dann zum Titel.

Nach Pokalübergabe, LaOla, Siegerfotos musste die Party für den Großteil der Mannschaft aber ausfallen – fast direkt nach dem Spiel ging es zum Flughafen, von wo es am frühen Mittwochmorgen zurück ging. Die Pokalfeier folgt dann am Donnerstag in Bochum. „Die Abreise war ein bisschen hektisch und chaotisch“, findet Sebastian Sommer, „aber erträglich – immerhin sind wir Europameister.“

 
 

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