Derby in Sinsen ist für Knappmann „ein Spiel wie jedes andere“

Mit konsequentem Zweikampfverhalten hat sich Maurice Temme
Mit konsequentem Zweikampfverhalten hat sich Maurice Temme
Foto: Olaf Ziegler
Westfalia Hernes Trainer will von einem Spitzenspiel nichts wissen und fordert von seiner Mannschaft einen Sieg beim Tabellenvierten.

Der SC Westfalia Herne hat seine kurze Ergebniskrise überwunden und den zuvor verspielten Fünf-Punkte-Vorsprung postwendend zurückerobert – auch dank der Ausrutscher der ärgsten Konkurrenten, die am letzten Wochenende ausnahmslos Federn ließen. Ein zweites Mal will der Spitzenreiter der Westfalenliga sein komfortables Pölsterchen aber nicht wieder herschenken. Im Gegenteil: Mit einem Sieg beim Tabellenvierten TuS 05 Sinsen (So., 15 Uhr, BSA Obersinsen, Schulstr. 49, Marl) soll der Abstand womöglich sogar noch ausgebaut werden.

Christian Knappmann sieht derzeit einzig den TuS Hordel als echten Verfolger, und der muss sich im Derby dem DSC Wanne-Eickel stellen. „Ich glaube nicht, dass Hordel in der Mondpalastarena gewinnt. Dafür ist der DSC zu heimstark. Wanne hat sich gefangen und lässt kaum noch Gegentore zu“, rechnet Hernes Trainer fest mit Schützenhilfe durch den ungeliebten Nachbarn.

Und diese Chance wollen die Herner nutzen. „Den zweiten Matchball müssen wir einfach verwandeln“, so Knappmann. „In Sinsen sind wir doppelt und dreifach in der Pflicht.“

Von einem Spitzenspiel will der 35-Jährige trotz der Tabellenkonstellation nichts wissen. „Nach elf Spielen haben wir neun Punkte mehr als Sinsen, haben also im Schnitt 0,8 Punkte pro Spiel mehr geholt“, verweist Knappmann auf das Zahlenwerk. „Für mich ist das ein Spiel wie jedes andere.“ Was nichts an seinem Respekt vor dem Gastgeber ändert: „Die Sinsener machen es bisher richtig gut. Das ist ein sehr guter Gegner mit einem akribischen Trainer.“

Knappmann geht davon aus, dass sein Kollege Martin Schmidt den SCW genau analysiert hat und seiner Elf einen ganz speziellen Matchplan mit auf den Platz geben wird. „Aber auch wir haben einige taktische Änderungen im Plan, mit denen wir Sinsen vor Probleme stellen wollen.“

Näheres wollte sich der Coach nicht entlocken lassen. In Ansätzen aber gab er seine Einschätzung des Gegners doch preis: „Es ist ein Ungleichgewicht in den Mannschaftsteilen zu erkennen“, meint Knappmann. Vorne könne Sinsen mit Engel, Sabellek, Piechottka und Salja gute Qualität aufbieten. „Die kommen mit Tempo und sind bei Kontern brandgefährlich“, so der SCW-Trainer, dem beim Videostudium aber auch einige Schwächen aufgefallen sind. „In der Abwehr sieht das manchmal etwas hölzern aus.“

Welche taktische Marschroute aus dieser Analyse folgt, wird man am Sonntag ab 15 Uhr sehen. Genug Personal steht dem SCW jedenfalls zur Verfügung. Nur Dejan Petrovic und Justin Klein sind noch gesperrt. „Wir haben viele Optionen. Auch die jungen Mumcu und Gies trainieren klasse und drücken mächtig nach“, hält Knappmann seine Karten noch verdeckt.

 
 

EURE FAVORITEN