Der Tag der Abrechnung

Noch hapert’s bei Dejan Petrovic (r.) im Abschluss. Vielleicht platzt beim Herner Neuzugang ja im Endspiel der Knoten.
Noch hapert’s bei Dejan Petrovic (r.) im Abschluss. Vielleicht platzt beim Herner Neuzugang ja im Endspiel der Knoten.
Foto: FUNKE Foto Services
In den Endspielen geht es am Samstag auch um viel Geld. Westfalia will mit Turniersieg Ausrufezeichen setzen. SVS peilt Platz drei an.

Mag das Unkraut zuhause im Garten weiter wuchern und auch sonst einiges an Hausarbeit liegen bleiben: Heute rafft sich Moni Wefer wieder auf zum Holzplatz, um ihren Gästen ein frisches Pils zu zapfen und ein freundliches Wort zu gönnen. Auch ihre Mitstreiter im Bierwagen, ihr Mann Jürgen und seine Clubhaus-Combo, der Stadionsprecher oder die Grill-Crew um Peter Winkelmann und Reinhard Wilke: Sie alle und etliche andere Ehrenamtliche des SV Sodingen sehnen den heutigen Samstag herbei. Es ist der Endspieltag beim 17. Cranger-Kirmes-Cup, ein langes Turnier findet seinen krönenden Abschluss. Ein Turnier, das an den Kräften gezehrt hat. Nicht nur an denen der Spieler.

Ob sich der ganze Aufwand gelohnt hat, wird man nach dem Kassensturz wissen. Letztlich muss es jeder für sich entscheiden. Das gilt für die Helfer, das gilt auch für die Mannschaften, die überwiegend eine positive Bilanz ziehen dürften. Erst recht, wenn ihnen demnächst auf der Kirmes ein fetter Scheck überreicht wird.

Ob dreitausend Euro oder nur tausend – das macht für die Kasse jedes Amateurvereins schon einen Unterschied. Auch darum geht es, wenn sich heute um 18 Uhr der TSV Marl-Hüls und Westfalia Herne im Endspiel gegenüberstehen. „Es weiß doch jeder, dass auch Westfalia jeden Euro gebrauchen kann“, räumt Christian Knappmann ein. Aber das sei nur ein Aspekt. „Es geht auch darum, Titel zu holen. Wir wollen mal wieder einen Pokal in den Händen halten, das ist ja zuletzt nicht so oft vorgekommen“, so der Trainer weiter. Dass es sich „nur“ um ein Vorbereitungsturnier handele, dämpfe seinen Titelhunger in keiner Weise. „Wir wollen dokumentieren: Wir sind wieder da, wir sind erfolgreich. Dafür arbeiten wir.“

Fatmir Ferati muss abliefern

Ein Endspielerfolg über einen ambitionierten Oberligisten wie den TSV Marl-Hüls wäre genau das Ausrufezeichen, das der B-Lizenz-Inhaber in die Welt setzen möchte. „Dazu werfen wir alles rein. Wir bringen das Beste auf den Platz, was wir am Samstag haben, ohne Rücksicht auf die nächsten Spiele.“ Neben den verletzten Tim Kosien und Marvin Gies fehlen auch Marko Onucka und Maurice Kühn, die erst in den nächsten Tagen wieder zum Kader stoßen. Dagegen soll Fatmir Ferati nach gut einwöchiger Verletzungspause wieder auf dem Platz stehen. „Fatmir ist der einzige, der körperlich brutal hinterherhinkt. Das weiß er, und er weiß, dass er bei mir viele Privilegien genießt. Aber alles hat seine Grenze, jetzt muss er abliefern.“

Gilt das Endspiel trotz des Klassenunterschieds als absolut offen, darf man Gastgeber SV Sodingen im „kleinen Finale“ (Anstoß Sa., 16 Uhr) die Favoritenrolle zuschanzen. Bezirksligist FC/JS Hillerheide hat sich zwar sehr gut verkauft, hat aber wegen der parallel zu spielenden Recklinghäuser Stadtmeisterschaft auch schon einige Körner gelassen. Die Sodinger dürften frischer sein und haben nach drei Turnierspielen ohne Gegentor genug Sicherheit und Selbstvertrauen, um sich die 750 Euro für den dritten Platz einzuverleiben.

Dann würde auch Moni Wefer den Zapfhahn noch mal glühen lassen. Und das Unkrautrupfen ginge ihr in den nächsten Tagen leichter von der Hand.

 
 

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