„Der Hügel hat es in sich“

Elmar Matschke
Zeigt her eure Shirts: Mit Begeisterung sind die ehrenamtlichen Helfer für den Silvesterlauf bei der Sache.
Zeigt her eure Shirts: Mit Begeisterung sind die ehrenamtlichen Helfer für den Silvesterlauf bei der Sache.
Foto: Elmar Matschke
Zum 13. Mal organisiert Klaus Alhorn vom SC Westfalia 04 Herne den Silvesterlauf im Gysenberg mit einem Team von rund 30 Personen aus der Leichtathletikabteilung, mit so viel Erfahrung bleiben die ganz großen Überraschungen in der Planung aus. „Wir kennen die Klippen“, sagt der 53-Jährige.

Zum 13. Mal organisiert Klaus Alhorn vom SC Westfalia 04 Herne den Silvesterlauf im Gysenberg mit einem Team von rund 30 Personen aus der Leichtathletikabteilung, mit so viel Erfahrung bleiben die ganz großen Überraschungen in der Planung aus. „Wir kennen die Klippen“, sagt der 53-Jährige.

Eine Premiere wird es an diesem Dienstag aber geben: Zum ersten Mal wird Hans-Jürgen Waaga von der LG Herne an der Spitze des Feldes mit dem Fahrrad die Geschwindigkeit vorgeben, die Pace machen, wie es im Fachjargon heißt.

Waaga fährt die Strecke ab

Waaga ist an diesem Montagmittag in den Gysenberg gekommen, mit Fahrrad, das in einem exzellenten Zustand ist, Trainingsanzug und Helm. „Natürlich bin ich aufgeregt, es gibt einige schwierige Stellen, auf die ich mich mental einschießen muss“, erläutert der 53-Jährige und gibt an, etwas aufgeregt zu sein. „Laufen und Radfahren sind zwei vollkommen verschiedene Welten“, sagt Waaga und schwingt sich auf seinen Drahtesel, um die Strecke testweise abzufahren.

Schon seit sieben Uhr sind Michael Ruschemeier (53), Hausmeister im Gysenbergpark, und einige Bufdis, Helfer aus dem Bundesfreiwilligendienst, im Einsatz. Die Temperaturen gegen Mittag sind kühl, obwohl die Sonne scheint und der Himmel fast blau ist. Es weht ein frischer Wind. Gerade sind Ruschemeier mit den Bufdis Robin Tappe (20) und Niklas Zens (19) dabei, eine Fahne aufzuhängen, danach stellen sie die Stromkästen auf, verbinden sie mit Starkstromkabeln.

Wasseranschluss für die Bühne

„So, jetzt ziehen, damit die Welle herausgeht“, ruft Ruschemeier. Schon vor Weihnachten sind die Absperrgitter für den Zielbereich angeliefert worden, die aufgestellt werden müssen. Das Helferteam installiert noch einen Wasseranschluss für die Bühne. Pause.

Für Cheforganisator Klaus Alhorn, der für diesen Dienstag etwa 3000 Zuschauer an der Strecke erwartet, da das Wetter gut werden soll, beginnt die Planung des Silvesterlaufs jeweils immer im Juli.

Die heiße Phase läuft seit rund acht Wochen – mit Presseterminen, täglicher Pflege der Homepage, Einteilung der Sanitäter und vielen anderen Dingen. „Jedes Jahr gibt es immer wieder Herausforderungen, zum Beispiel Helfer in ausreichender Zahl zu motivieren. Es macht aber Spaß, ich bin mit Leib und Seele Leichtathlet und will den Sport hochhalten“, berichtet Alhorn, ein energischer, drahtiger Typ, Geschäftsführer einer Chemiefirma, der tatkräftig mit anpackt.

Feierabend gegen 19 Uhr

Feierabend hat er Silvester gegen 19 Uhr. „Dann habe ich Mühe, das Knallen mitzumachen“, sagt Alhorn. Natürlich erlebe er den Jahreswechsel noch mit, falle dann aber todmüde ins Bett. Während in der warmen Sporthalle des Gysenbergparks Ehrenamtliche, darunter auch viele Jugendliche, Tische aufbauen für den Verkauf von Kuchen, Waffeln und Glühwein, geht Detlev Lachmann vom SCW mit einem Team die Strecke ab. Sie fegen den gröbsten Dreck weg, sprühen Pfeile auf den Boden und sperren den Weg mit Flatterbändern ab.

Hans-Jürgen Waaga ist von der Strecke gekommen. „Holla die Waldfee, der Hügel hat es in sich“, ruft der Recklinghäuser. „Alles wird gut!“