Den Turbo gezündet

Vierter Renntag 2010 auf der Binnenalster in Hamburg; vorne der Emscher-Express aus Wanne-Eickel.
Vierter Renntag 2010 auf der Binnenalster in Hamburg; vorne der Emscher-Express aus Wanne-Eickel.
Foto: zur Veröffentlichung frei

„Diesmal haben wir wohl alles richtig gemacht“, freute sich RVE-Cheftrainer Jochen Wittor nach dem vierten Renntag der Runder-Bundesliga. Aus gutem Grund. Der Emscher-Express lief auf der Binnenalster wie geschmiert, fuhr zum zweiten Mal in Folge auf Platz zwei und schob sich in der Tabelle bis auf einen Punkt an Rang drei heran. „Jetzt wollen auch wir in der Gesamtwertung aufs Treppchen“, steckten sich Wittor und die RVE-Crew gleich neue Ziele.

Dabei waren die Wanne-Eickeler Recken durchaus mit mulmigem Gefühl nach Hamburg gefahren. Weil sie bislang immer beim Start schwächelten, sahen sie sich auf der mit 280 Metern kürzesten Strecke der Saison eher als Außenseiter. Auch das Schiff, älter als das der meisten Konkurrenten und deshalb instabiler, galt auf dem krabbeligen Wasser vor dem Jungfernsteig als Wettbewerbsnachteil.

Doch auch dafür fand sich eine Lösung. Um nicht wieder wie in Frankfurt in den Wellen hängenzubleiben, verzichtete der Emscher-Express auf ein paar PS und entschied sich für die leichtestmögliche Besatzung. Und die ließ sich von der beeindruckenden Kulisse zu Höchstleistungen animieren. Gleich die ersten Schläge im wichtigen Zeitlauf am Vormittag zeigten, dass die Crew prima harmonierte. Kraftvoll und sauber zogen die RVE-Recken die Riemen durchs Alsterwasser und fuhren nach einem fast perfekten Rennen die zweitbeste Zeit heraus - geschlagen nur vom Topfavoriten Hamburger RC Germania.

Damit war der positive Weg bereitet. Im Achtelfinale bekamen es die Wanner nämlich mit dem Berlin-Achter zu tun, dem schwächsten Boot der Liga, das nur wegen eines groben Fehlers des späteren Tagessiegers Crefeld auf den vorletzten Platz gefahren war. „So konnten wir das Achtelfinale als Trainingsfahrt angehen“, freute sich Wittor. Ohne sich voll verausgaben zu müssen, hielt seine Crew die Berliner auf Distanz und erreichte locker das Viertelfinale.

Hier wartete mit Mülheim allerdings ein Angstgegner. „Gegen die Rennrudergemeinschaft haben wir schon oft verloren. Und richtig eng war es immer“, so Wittor. Nicht aber in Hamburg. Mit den Zwillingen Falk und Jan Müller im Schlaghaus kam der RVE sehr gut vom Start weg und konnte das Rennen bis ins Ziel von der Spitze kontrollieren.

Im Halbfinale kam es zum Vergleich mit dem Team aus Osnabrück, das der RVE noch vom dritten Tabellenplatz verdrängen will. Der erste Schritt dazu ist getan. Nach einem packenden Rennen mit Fotofinish hatte der Emscher-Express die Bugspitze 17 Hundertstel eher im Ziel.

Im Finale wartete der Deutsche Sprintmeister Crefeld, den der RVE zuletzt in Frankfurt auf deutlich längerer Distanz hatte schlagen können. Auch diesmal zeigte der RVE ein bärenstarkes Rennen, und mit bloßem Auge war kein Sieger auszumachen. Am Ende entschieden 15 Hundertstel zu Gunsten des neuen Tabellenführers. „Jetzt fehlt nur noch ein Renntag-Sieg, dann haben wir alle Ziele erreicht“, war Wittor trotzdem zufrieden.

 
 

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