Das große Ziel ist zum Greifen nah

Wolfgang Volmer
Mit vorbildlichem Kampfgeist wartete Marc Schröter (rot) in den letzten Wochen als einzige Herner Spitze auf.
Mit vorbildlichem Kampfgeist wartete Marc Schröter (rot) in den letzten Wochen als einzige Herner Spitze auf.
Foto: Haenisch / waz fotopool

Natürlich hat ihn die Pokalklatsche in seiner alten Heimat Wanne geärgert und mancher hämische Spruch gefuchst. Lange konnte sich Jörg Silberbach mit dem 1:5 am Donnerstag jedoch nicht beschäftigen. „Als Oberverantwortlicher muss ich das als Erster wegstecken. Schließlich haben wir ein großes Ziel vor Augen“, fokussiert Westfalias Trainer seinen Blick auf den morgigen Sonntag, wenn die Hammer SpVg zum letzten Herner Heimspiel dieser Oberligaspielzeit am Schloss Strünkede aufkreuzt (15 Uhr, Abisol-Arena).

Mag sein, dass es das letzte Oberliga-Heimspiel nicht nur dieser Saison wird. Das wird man frühestens in einer Woche wissen. Ein anderer, der optimale Fall aber könnte schon morgen eintreten: Gewinnt Herne gegen Hamm und verliert zeitgleich der SV Schermbeck zuhause gegen die noch um den Aufstieg kämpfende Bielefelder Arminia, ist der SCW dank der klar besseren Tordifferenz praktisch gerettet und kann schon mal die Korken knallen lassen. Zwischen diesen beiden Extremen gibt es noch eine Fülle weiterer Möglichkeiten, und selbst Hamm, derzeit mit 35 Punkten auf Platz 13, ist noch nicht endgültig durch.

Den letzten Schritt zur Rettung verpasste die HSV am Donnerstag, als sie sich im Derby gegen Rhynern mit einem 1:1 begnügen musste. Bei einem Sieg wäre Hamm in Sicherheit gewesen, was dem SCW die Aufgabe vielleicht erleichtert hätte. Eines aber hat sich nicht geändert: Der SCW hat sein Schicksal selbst in der Hand. „Und das ist es, was ich den Jungs vor Augen führen werde. Wer hätte gedacht, dass wir uns noch in eine so positive Situation bringen können?“, fragt Jörg Silberbach. Dass seine junge Truppe angesichts der Bedeutung des Spiel verkrampft, glaubt er nicht. „Ich werde ihnen mit auf den Weg geben, mit Freude auf den Platz zu gehen. Und ich bin sicher, wir werden elf Jungs sehen, die um jeden Meter fighten.“

Wenn der Funke überspringt und die Fans ihrer Mannschaft so den Rücken stärken wie gegen Schermbeck, können Leidenschaft und Begeisterung Berge versetzen. Spielerisch dürfte die mit erfahrenen Kickern wie Höfler, Glöden oder den Ex-Hernern Baum und Krug gespickte HSV Vorteile haben. Falls sich im heutigen Abschlusstraining keiner verletzt, kann der SCW in Bestbesetzung. Nur Kiki Kaup fehlt wegen muskulärer Probleme.