Constanze Siering greift wieder an

Constanze Siering.
Constanze Siering.
Foto: Detlev Seyb
Nach ihrem Pausenjahr in Kanada peilt Constanze Siering vom RV Emscher Wanne-Eickel die Rückkehr in die Nationalmannschaft an. Beim Leistungstest in Dortmund zeigte sie überzeugende Leistungen.

Fünfte im Zweier. Erste im Vierer. Constanze Siering hat sich auf dem 6000-Meter-Langstreckentest des Deutschen Ruderverbandes (DRV) in Dortmund ordentlich nach ihrem Pausenjahr in Kanada zurückgemeldet. Die Schlagfrau des Olympia-Achters von 2012 sagte nach den zwei Rennen: „Es war ganz okay. Aber noch ohne Sternchen.“

Siering weiß eben, dass sie längst noch nicht ihr mögliches Potenzial abgerufen hat. Wie auch. Hat sie doch in Kanada, wo sie in Vancouver Island ihr Wirtschaftswissenschaftsstudium vorangetrieben hat, jeglichem Werben der Uni-Teams widerstanden und keinen Meter im Ruderboot absolviert.

„Mir fehlen halt jetzt die Rennen, die Kilometer im Boot, das merkt man schon. Ich war gewarnt, aber ich hatte es auch ein wenig unterschätzt“, sagt die Ruderin vom Westhafen. Körperlich ist sie aber voll auf der Höhe: „Ich bin total fit, weil ich immer Sport gemacht habe. Nur eben andere Dinge. Laufen, Wandern, Spinning, Schwimmen, Yoga, und, und, und.“ Nach Jahren des Hochleistungstrainings im Rudern mal den Kopf frei bekommen und so neue Lust auf die nächsten ruderischen Herausforderungen zu erzeugen. Die Ruderin vom RV Emscher Wanne-Eickel war nicht die einzige aus dem Olympia-Kader des Verbandes, die sich direkt nach London eine Auszeit gönnte. Es gilt als der beste Zeitpunkt innerhalb des Olympia-Zyklus, weil danach noch drei Jahre am Stück zur Vorbereitung auf die nächsten Olympischen Spiele bleiben.

Zurück in Deutschland ist sie schon seit April, ruderte im Sommer mit Schwester Charlotte, die ihre Semesterferien in ihrer Heimat verbrachte, zuletzt lief sie noch einen Halbmarathon rund um den Phönix-See. Ernster in Sachen Rudern wurde es ab September, als sie wieder mit Kathrin Marchand in den Zweier „ohne“ stieg. Constanze Siering und die Leverkusenerin hatten sich ja 2012 gemeinsam für den Achter empfohlen, hatten die Olympia-Qualifikation geschafft und durften in London unvergessliche Tage erleben. Weil sie sich gut verstehen, weil der Zweier gut läuft, wollen sie auch jetzt gemeinsam die Aufgaben angehen.

Für die sechs Kilometer beim Leistungstest in Dortmund benötigten sie 24:05 Minuten, waren damit Fünfte. Julia Lepke und Ronja Schütte (Rostock/Essen) siegten in 23:45 Minuten. Sonntag ging es noch in den Vierer, mit den im Zweier zweitplatzierten Kerstin Hartmann und Katrin Reinert (Ulm/Heilbronn). Der Sieg mit neun Sekunden Vorsprung sollte Selbstvertrauen geben. Mehr aber auch nicht. Die Ergebnisse aus Dortmund zum Einstieg ins lange Wintertraining sollten auch nicht überbewertet werden, weiß die 22-Jährige. In den nächsten Wochen ist ohnehin erst einmal Flexibilität gefragt, was die Zweier angeht. „Es heißt, dass wir weg von starren Kombinationen wollen, dass jede mit jeder rudern kann“, meint Siering: „Das finde ich gut.“

So läuft es jetzt bis Weihnachten. Dann steht noch ein Stufen- und Ergometer-Test an. Nach einer kurzen Pause über die Feiertage heißt es aber schon Koffer packen. Vom 29. Dezember bis zum 10. Januar steht das erste Trainingslager in Sevilla/Spanien an. Es folgt eine Vorbereitungszeit von dreieinhalb Monaten, ehe Mitte April auf der Deutschen Kleinbootmeisterschaft das Zweier-Ranking ausgefahren wird, das zur Bildung der Nationalmannschaft 2014 herangezogen wird.

 
 

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