Bestformation gegen Rotation

Uwe Ross
Den längeren Weg ins Finale hatte der SV Wanne 11, der den BV Süd zweimal bezwingen musste und nun den SC Westfalia Herne erwartet.
Den längeren Weg ins Finale hatte der SV Wanne 11, der den BV Süd zweimal bezwingen musste und nun den SC Westfalia Herne erwartet.
Foto: WAZ FotoPool

Zwischen dem Endspiel der Champions League in Wembley und dem DFB-Pokalfinale in Berlin richtet sich der Blick der heimischen Fußballfans am Donnerstag auf den Kunstrasenplatz in Crange (Hauptstraße 389). Dort pfeift Schiedsrichterin Nadine Matthes um 16 Uhr das Kreispokal-Finale 2013 zwischen Landesligist SV Wanne 11 und Oberligist SC Westfalia Herne an.

Die Vorfreude auf diese Partie ist bei den Trainern beider Clubs unterschiedlich ausgeprägt. Während Roger Petzke von einem „Highlight vor bestimmt 500 Zuschauern“ und einer „Riesensache für meine Mannschaft und den gesamten Verein SV Wanne 11“ spricht, blickt SCW-Coach Jörg Silberbach der Partie wesentlich pragmatischer entgegen: „Es ist sehr schön, dass beide Mannschaften schon für den Westfalenpokal qualifiziert sind. So steht lediglich das Prestige im Vordergrund. Natürlich wollen wir ein solches Finale nicht verlieren, aber Priorität hat ganz klar der Sonntag, wenn es im Oberligaheimspiel gegen die Hammer SpVg geht.“

„Wir pfeifen aus dem letzten Loch“

Die Tortur der Nachholspiele ist nicht spurlos an den Strünkedern vorbeigegangen. „Nach fünf englischen Wochen in Folge pfeifen wir aus dem letzten Loch. Da muss ich Verantwortungsbewusstsein zeigen, den Spielern und dem Verein gegenüber, die alle unbedingt den Klassenerhalt wollen“, macht Silberbach deutlich und kündigt eine gehörige Rotation an: „Einige Akteure sind am Limit und müssen mal geschont werden. Daher werden die jungen Spieler, die zuletzt weniger zum Einsatz kamen, ihre Chance erhalten. Und es ist auch wichtig für mich, zu sehen, was die Jungs drauf haben“, so der Westfalia-Trainer.

Sein Kollege Petzke, der personell aus dem Vollen schöpfen und seine vermeintlich beste Elf ins Rennen schicken kann, sieht in der Westfalia-Rotation keinen Vorteil für sein Team: „Das ist eine einfache Logik: Leute, die hinten dran sind und dann vor einer so schönen Kulisse, wie sie sie lange nicht mehr hatten, spielen können, werden sich zeigen wollen.“ Und der SV11-Coach fügt an: „Der SC Westfalia hat einen Kader, der in der Oberliga tätig ist – und die ist zwei Klassen über uns.“

Chancenlos sieht Petzke sein Team aber nicht: „Auch wir haben qualifizierte Leute, von denen einige auch schon in höheren Ligen gespielt haben und die zeigen wollen, was sie drauf haben. Wir werden kämpfen und wollen so lange wie möglich ein 0:0 halten oder sogar in Führung gehen. Dann haben wir eine kleine Chance.“

Jörg Silberbach dagegen weiß, dass sein Team in der Favoritenrolle steht, und redet den Gegner stark: „Wanne 11 hat eine sehr gute und aufstrebende Mannschaft. Ich erwarte von meinem Team Konzentration und die richtige Einstellung. Wir wollen uns vernünftig mit denen messen.“