Barths Gewaltwurf lässt Westfalia jubeln

HC Westfalia Herne -
SV Westerholt 31:30

Halbzeit: 17:16.

HCW: Müller, Greger; Bauer (2), Schumann (n.e.), Liedtke (2), Hettrich (3/1), Bartel (3), Hodde (n.e.), Ihnen (4), F. Scheunemann (3), Barth (3), Sondermann (3), Rödiger (1), Schwitalski (7/7).

Das war ein echtes Nachbarschaftsderby mit einer Schlussdramatik, die sich der Gastgeber hätte ersparen können. Letztlich geht aber der Sieg zehn Sekunden vor dem Abpfiff in Ordnung. Die gut gefüllte und stimmungsreiche Sporthalle gab dem spannenden Spiel einen angemessenen Rahmen. Westerholts Anhänger übertrafen die Herner Fans fast noch von Zahl und Lautstärke. Nur das Schiri-Gespann traf insbesondere in der zweiten Spielhälfte Entscheidungen, die bei beiden Teams oftmals auf Unverständnis stießen. Nach dem Abpfiff war aber auf jeden Fall beim HCW alles vergessen.

Trainer Jens Körner war die Erleichterung ins Gesicht geschrieben: „Als Mannschaft haben wir absolut funktioniert und toll gekämpft. Unter Berücksichtigung der unzureichenden Vorbereitung war unsere Leistung sehr ordentlich. Aber wir haben noch Steigerungspotenzial . Das soll nicht alles gewesen sein.“

Bei den Hernern lief der Ball zu Beginn flüssiger als in manchen Partien des alten Jahres. Nach schnellen Wechseln und überraschenden Anspielen kamen die Schützen oft frei zum Wurf. Leider stand merhfach das Aluminium im Weg. Der Gast kam aber über Ausgleichstreffer (2:2 und 3:3) nicht hinaus und lag zeitweise vier Tore (10:6, 12:8) zurück.

Ende der ersten Hälfte schwanden beim HCW sichtbar die Kräfte. Technische Fehler führten zu Ballverlusten, das Rücklaufverhalten erleichterte dem SVW die Gegenstoßtore. Trotz der knappen Pausenführung konnte Schlimmeres befürchtet werden. Und kurz nach Wiederanpfiff lag der Nachbar mit drei Serientreffern tatsächlich 19:17 vorne.

Dann schlugen die Strünkeder zurück. Jochen Müller gab mit einem parierten Strafwurf das Signal. Binnen fünf Minuten zog die Körner-Sieben von 20:20 auf 25:21 davon und wähnte sich beim 28:23 bereits am Ziel. In den Schlussminuten aber überschlugen sich die Ereignisse. Das Selbstvertrauen schwand mit der Kraft, Überzahlsituationen wurden nicht genutzt. Westerholt erzielte noch dreimal den Ausgleich, obwohl auch dort der Kräfteverschleiß nicht zu übersehen war. Dann legte Jerômé Barth alles in seinen letzten Wurf und löste großen Jubel aus. Hervorzuheben ist die Nervenstärke von Kai Schwitalski, der achtmal von der Marke antrat und nur einmal am Pfosten scheiterte.

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