Aus dem Schwimmbad in den Brutkasten

Uwe Ross

„Alles bestens, wir waren doch die ganze Zeit im Schwimmbad“, schmunzelte Michael Planhof, Kapitän des Oberligisten SC Westfalia Herne. Aus dem dreitägigen Trainingslager in Rheine fuhren die Strünkeder gestern direkt zur Vödestraße, um bei strahlendem Sonnenschein und 32 Grad noch einen Test auf roter Asche gegen den A-Ligisten SG Herne 70 zu absolvieren.

Die Zeit im Schwimmbad war für Planhof & Co. allerdings auf eine Stunde am Sonntag beschränkt. Das Lauftraining vor dem Frühstück hatte Trainer Jörg Silberbach zuvor zwar gestrichen, dafür stand aber anschließend noch eine Einheit auf dem Rasen an.

„Das Trainingslager war eine rundum gelungene Sache“, sagte Sportdirektor Uli Reimann: „Ich habe es selten erlebt, dass eine Mannschaft sich so unheimlich gut versteht. Grüppchenbildungen gab es da gar nicht, dass war eine kompakte Einheit.“ Auf der Anlage des Frauen-Regionalligisten FFC Heike Rheine fanden die Strünkeder ideale Bedingungen vor, konnten auf dem Naturrasen trainieren, und auch die Unterbringung war okay. „Stockbetten zwar, aber sonst fast Hotelcharakter“, lobte Reimann.

Auch der Trainer war zufrieden: „Wir haben das im Team mit Hansi Bruch und Pietro Perrone super aufgeteilt und haben das so gestaltet, wir wir uns das vorgestellt haben. Ein Riesenkompliment an die Mannschaft, die voll mitgezogen hat“, sagte Jörg Silberbach.

Im Spiel bei der SG 70 bissen die Strünkeder noch einmal auf die Zähne. Die Treffer zur 2:0-Führung erzielte Dejan Petrovic, einmal nach Vorarbeit von Planhof (20.), dann nach Vorlage von Marc Schröter (34.). Aber auch die Siebziger hatten zwischendurch gute Möglichkeiten und wurden in der 71. Minute auch belohnt. Nach einer Ecke stieg Mo Bouhjar am höchsten und wuchtete den Ball per Kopf zum Anschluss ins Netz. SG70-Trainer Kalla Timmler: „Das war ein tolles Tor. Auch wenn die Westfalia gerade aus dem Trainingslager kam: Man hat gemerkt, dass die hier nicht verlieren wollten. Ich bin mit der Leistung meiner Mannschaft absolut zufrieden.“