Vom kleinen TuS zum großen TuSEM

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Essen/Hattingen.. Die Hattinger Handballer Marcus Bouali und Alexander Zok wechselten 2008 gemeinsam mit Lasse Seidel vom TuS Blankenstein zur B-Jugend von TuSEM Essen und spielen derzeit in der A-Jugend-Bundesliga. Bouali setzt an, Seidel den Sprung in die erste Mannschaft und damit in die zweite Bundesliga nachzumachen, während Zok Essen im Sommer wohl in Richtung Oberliga verlassen wird, um zu studieren.

Wie für Lasse Seidel war der Wechsel vom „kleinen“ TuS Blankenstein nach Essen auch für Rückraumspieler Marcus Bouali und Torhüter Alexander Zok mit einer Umstellung verbunden. „Beim TuSEM geht es einfach leistungsbezogener zu“, sagt Bouali (19), dessen älterer Bruder Christian mit den Landesliga-Handballern des TuS Hattingen vor kurzem den Aufstieg feierte. „Am Anfang war es für mich sehr schwierig“, sagt auch der 18-jährige Alexander Zok. „Man muss sich seinen Platz erkämpfen.“

Und genau das taten die beiden Hattinger nach besten Kräften und auch mit einigem Erfolg. Bouali sorgt mit seinen 1,97 Metern Größe aus dem Rückraum auf der halbrechten Position für Torgefahr, Zok ist die Nummer eins zwischen den Pfosten. „Ich bin mit 1,83 Metern für einen Torwart nicht der Größte“, sagt er. „Das muss ich mit Schnelligkeit und Reflexen wettmachen.“

Ihre Mannschaft ist noch sehr gut im Geschäft. Nach 20 von 22 Spieltagen belegt der TuSEM den dritten Platz, mit nur zwei Zählern Rückstand auf das nach Punkten gleichauf liegende Spitzen-Tandem TSV GWD Minden und JSG Hastedter TSV/HC Bremen. Gegen letztgenannte Mannschaft steht für das Hattinger Duo auch noch eine ganz wichtige Begegnung an, denn am 14. April kommen die Norddeutschen zum Rückspiel nach Essen. Der Meister und der Zweite des Klassements nehmen an den Viertelfinals um die Deutsche Meisterschaft teil, wo sie auf die Teams der anderen drei Staffeln treffen. Essen hat also noch Chancen, dort dabei zu sein.

Am Ende der Saison wechseln beide Hattinger in den Seniorenbereich, und dort werden sich ihre Wege trennen. Das steht jetzt schon fest. Bouali hat einen Vertrag für die erste Mannschaft unterschrieben, wo er dann auf seinen Freund Lasse Seidel trifft. Zok will an der Gesamtschule Welper im Sommer sein Abitur machen und sich einen neuen Verein suchen, der vermutlich in der Oberliga angesiedelt ist. „Ich will im erst einmal im Seniorenbereich Fuß fassen und dann gucken.“ Der professionelle Sport ist nicht sein vorrangiges Ziel. „Ich will in Essen oder Bochum etwas in Richtung Maschinenbau studieren“, sagt Zok. Die Ziele Marcus Boualis, der eine Gesamtschule in Witten besucht, sehen etwas anders aus. „Ich will in der nächsten Saison so viele Einsätze wie möglich absolvieren.“ Kennengelernt hat er seine zukünftigen Mannschaftskameraden der ersten TuSEM-Mannschaft schon bei mehreren Trainingseinheiten. „Sie sind alle sehr nett und gehen auf einen zu“, sagt er.

Beide Handballer trainieren in Essen unter Handball-Berühmtheiten wie dem 117-fachen deutschen Nationalspieler Mark Dragunski, der die A-Jugend betreut und auch Co-Trainer der ersten Mannschaft ist. Solche Persönlichkeiten sind wichtige Bezugspersonen für die jungen Handballer. Auch die Zeit in Blankenstein sei aber für sie prägend gewesen, betonen Bouali und Zok. Dort spielten sie unter den Trainern Gerd Butzek, Gerd Bouali und Fadil Zeneli.

 

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