TSG zu harmlos gegen Wattenscheid

Foto: Biene Hagel
  • Die TSG Sprockhövel bleibt in der Regionalliga siegloses Schlusslicht
  • Gegen die SG Wattenscheid 09 verliert das Balaika-Team zu Hause mit 0:2
  • Der Trainer sieht aber auch positive Ansätze

Auch wenn die TSG Sprockhövel gerade ihr viertes Spiel in Serie verloren hatte, hielt sich die Enttäuschung bei Andrius Balaika in Grenzen: „Ich muss meiner Mannschaft ein Riesen-Kompliment machen, dass sie auch nach den letzten Niederlagen, teils hohen Niederlagen sich zusammenrauft, sich hochpusht und so ein Spiel abliefert.“

Das war eine sehr positive Sicht auf die 0:2-Niederlage der TSG gegen Wattenscheid 09. Aber sie war durchaus vertretbar. Gegen die starken Wattenscheider waren keine Punkte einzuplanen und was bleibt Balaika übrig, als die positiven Aspekte zu betonen?

Balaika ärgert sich über das 0:1

Denn seine Mannschaft zeigte ja wirklich gute Ansätze, wenn auch in homöopathischer Dosis. Sie ließ wenig Torchancen zu, spielte streckenweise gefällig durchs Mittelfeld und hatte gegen Wattenscheid mehr Spielanteile als vorher erwartet. Allein: Diese Ansätze sind wertlos wenn sie die TSG nicht einmal in die Nähe eines Punktgewinns bringen.

Denn beide Trainer hatten Recht, als sie nach der Partie ihre Analyse ablieferten. Balaika: „Wir waren nicht zwei Tore schlechter als Wattenscheid.“ SGW-Trainer Farat Toku: „Der Sieg war nie gefährdet.“

Wattenscheid begann sehr druckvoll und traf durch Daniel Keita-Ruel schon nach fünf Minuten zum ersten mal ins Tor – Abseits. Die TSG übernahm mehr und mehr Spielanteile und präsentierte sich zwar nicht ganz so draufgängerisch und aggressiv wie zu Saisonbeginn, versuchte aber Wattenscheid schon vor der Mittellinie unter Druck zu setzen, Claus und Dudda liefen teilweise auch SGW-Torwart Sancaktar an. Max Claus, Kapitän an diesem Tag, hatte nach einer Viertelstunde auch einen ersten Abschluss, traf den Ball aber nicht richtig, keine Gefahr.

Keine Gefahr herrschte eigentlich auch auf der anderen Seite, als zwei Minuten später eine Freistoßflanke aus dem Halbfeld viel zu lang und ohne Zug Richtung Strafraum schlug. Die TSG konnte aber nicht klären, der zweite Ball landete bei SGW-Verteidiger Clever, der aus spitzem Winkel zum 0:1 traf. Bitter für Balaika: „Wir kriegen immer vermeidbare Gegentore. Der Freistoß war eigentlich schlecht, viel zu lange in der Luft. Trotzdem kann er unbedrängt das Tor machen.“

Sprockhövel steckte nicht auf, war sichtlich bemüht und setzte sich auch rund um den Wattenscheider Strafraum fest. Torgefahr strahlte sie aber nicht aus. Die TSG-Angreifer scheuten das Risiko, initiierten keine klaren Aktionen, wirkten insgesamt zu ängstlich und schafften es kaum, den abgeklärten Gegner in Verlegenheit zu bringen. Nur Tim Dudda sorgte für ein Raunen im Baumhof-Stadion, als er nach einer Balleroberung von Alpay Cin aus zwanzig Metern abzog und Sancaktar zu einer Parade zwang – seiner einzigen an diesem Tag. Die übrigen Szenen entschärfte die TSG selber: Statt zu flanken spielten die Blauen den Ball zurück die Linie hoch. Statt ins Dribbling zu gehen, drehten sie ab. Statt aus zentraler Position zu schießen legten sie quer.

Genau das sprach Balaika in der Halbzeit auch an, da war es aber schon zu spät. Denn kurz vor dem Seitenwechsel zeigte die SG 09, wie man in der Regionalliga Tore erzielt: Matthias Tietz konnte ohne Gegnerdruck durchs Mittelfeld marschieren, fasste sich ein Herz und zog ab. Der Ball prallte zwar an den Pfosten, doch Keita-Ruel traf im Nachschuss zum 0:2.

Nach der Pause hatte die TSG mehr Spielanteile, war auch engagiert, im letzten Drittel aber weiter zu mutlos. Wattenscheid verwaltete das Spiel und verpasste zweimal durch Glowacz, der per Freistoß an der Latte und nach einem Horror-Fehlpass von Mvondo an Benz scheiterte (50./ 67.) und Keita-Ruel (Außennetz/75.) die endgültige Entscheidung.

Die SG konnte das verkraften, denn nach Aufholjagd sah es am Samstag nie wirklich aus. Torwart Sancaktar blieb in Hälfte zwei ohne nennenswerte Aktion.

 
 

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