TSG Sprockhövel: Wieder 0:5 gegen Köln

Heiner Wilms
Tief enttäuscht: TSG-Trainer Andrius Balaika.
Tief enttäuscht: TSG-Trainer Andrius Balaika.
Foto: Walter Fischer
  • Zehn Gegentore in zwei Spielen
  • Sprockhövel in der Offensive harmlos
  • Große Probleme beim Umschalten auf Defensive

Köln/Sprockhövel.  Dem 0:5 gegen die U 23 des 1. FC Köln folgte am Samstag wiederum ein 0:5 - diesmal gegen den FC Viktoria Köln. Also ein erneuter herber Rückschlag.

Die Gastgeber gingen mit einer großen Extraportion Motivation in diese Partie. Denn am Freitagabend hatte die U23 von Borussia Mönchengladbach, einer von Kölns großen Konkurrenten im Rennen um die Meisterschaft, überraschend das Heimspiel gegen den Bonner SC mit 1:2 verloren und damit der Mannschaft von Trainer Marco Antwerpen gewissermaßen eine Steilvorlage geliefert.

Die Kölner begannen auch so, als hätte sie dieses Ergebnis beflügelt. Schon nach neun Minuten lag die Viktoria mit 1:0 vorne. Über Kapitän Mike Wunderlich und Sven Kreyer kam der Ball zu Marcel Gottschling, der am langen Pfosten lauerte und dann auch keine Probleme hatte, die Kugel über die Linie zu drücken. Beim TSG-Anhang wurden da schon erste Erinnerungen an das unerfreuliche Spiel vom Mittwoch wach – da hatten die Sprockhöveler nach acht Minuten das erste Gegentor hinnehmen müssen. Die Kölner setzten auch nach und hätten die Partie schnell entscheiden können. Aber in der 15. Minute scheiterte Sven Kreyer aus ganz kurzer Distanz an Sprockhövels Torwart Robin Benz.

Von der TSG war bis zu diesem Zeitpunkt nichts zu sehen. Und weil die Gäste auch weiterhin keine großen Anstalten machten, das Tor von Viktoria-Torwart Philipp Kühn zu berennen, ließen es auch die Kölner etwas ruhiger angehen. So ruhig, dass die Fans der Heimmannschaft trotz der Führung unzufrieden waren. Von „Schlagwagenfußball“ war die Rede, aber den Sprockhövelern konnte nur recht sein, dass der große Favorit das Tempo nun ein wenig aus der Partie nahm. Allerdings

blieb die TSG in der Offensive absolut harmlos, nur nach Kölner Fehlern gab es gelegentliche Vorstöße, die aber letztlich nichts einbrachten. Eine richtige Chance hatten die Gäste vor dem Wechsel auf jeden Fall nicht. Kurz vor der Pause rissen sich dann aber die Hausherren noch einmal zusammen. Sven Kreyer passte auf Edwin Schwarz, der dann zum 2:0 vollendete.

Klar verdient war diese Führung, obwohl auch die Viktoria bis zu diesem Zeitpunkt alles andere als guten Fußball gespielt hatte. Aber gegen schwache Sprockhöveler reichte es bis dahin.Ganz klar, beide Mannschaften durften nicht zufrieden sein, und so wurde es nach dem Wechsel auch etwas lebhafter. Sprockhövel musste ja nun mutiger auftreten, wodurch sich den Kölnern aber natürlich auch mehr Räume boten. Schon in der 47. Minute bot sich Sven Kreyer die Chance zum 3:0, doch Kreyer verzog knapp. Genauer zielte dagegen Kölns Kapitän Mike Wunderlich, der mit einem schönen Flachschuss in der 63. Minute das 3:0 erzielte und die Partie damit entschied. Und als dann Sven Kreyer in der 71. und 88. Minute noch zwei Tore nachlegte, wurde es aus TSG-Sicht wieder richtig bitter. Die Sprockhöveler hatten bei diesen Gegentreffern aber auch nur noch halbherzig verteidigt. So wird es auf jeden Fall ganz schwierig, das Wunder Klassenerhalt zu schaffen.

Vi ktoria Köln – TSG Sprockhövel 5:0 Tore: 1:0 Marcel Gottschling (9.), 2:0 Edwin Schwarz (44.), 3:0 Mike Wunderlich (63.), 4:0, 5:0 Sven Kreyer (70.. 88.).
Viktoria: Kühn, Eichmeier, Wunderlich, Lejan (71. Backszat), Reiche, Gottschling, Holzweiler (65. Ciganiks), Kreyer, Schwarz (75. Jansen), Koronkiewicz, Lanius.
TSG: Benz, Oberdorf, Meister, Budde, Gremme, Dudda (73. Polk), Wasilewski (87. Heiserholt), Cin, Antwi-Adjej, März, Bentaleb (83. Bukowski).
Schiedsrichter: Martin Ulankewicz.
Zuschauer: 800.