Sportfreunde mit guten Karten

Nach dem 5:2 stehen die Chancen auf den Klassenerhalt gut.
Nach dem 5:2 stehen die Chancen auf den Klassenerhalt gut.

Essen/Hattingen.. Tgd Essen West -
SF Niederwenigern2:5

Ein Wechselbad der Gefühle erlebten die Sportfreunde Niederwenigern bei ihrem 5:2-Sieg im Spiel beim Verfolger Turngemeinde Essen West. Zur Halbzeit stand Niederwenigern beim 1:2 schon mit einem Bein in der Bezirksliga, drehte die Partie aber und hat jetzt sogar richtig gute Chancen, die Relegation zu umgehen, weil die Konkurrenz verlor.

Der Reihe nach: Auf dem Ascheplatz in Essen konnte man nicht mit technischer Finesse bestehen, Kampf und Wille waren gefragt. So gab es zu Beginn kaum Torraumszenen. Die erste davon nutzte Niklas Lümmer, der einen von Marcus John getretenen Freistoß mit dem Kopf zum 1:0 verwertete (13.) – die zahlreich mit nach Essen gereisten Sportfreunde-Anhänger durften zum ersten Mal jubeln. Fast hätte Florian Machtemes sogar noch eins drauf gesetzt. Er nahm einen verunglückten Abstoß der Turngemeinde direkt aus 35 Metern, aber der Ball ging vorbei (27.).

Wie aus dem Nichts kamen die Gastgeber zum Ausgleich. Den Einsatz von Martin Kniest kurz vor dem eigenen Strafraum wertete Schiedsrichter Jens Laux als Foul, so dass Habib Kaya zum Freistoß antrat. Der Ball wurde unglücklich von der Wennischen Mauer abgefälscht und landete zum Ausgleich in den Maschen (31.). Aber damit nicht genug, nur sieben Minuten darauf war es erneut Kaya, der nach einer Flanke von links völlig frei zum 2:1 einnickte.

So ging es auch in die Pause, und mit diesem Ergebnis hätte nicht mal mehr das Erreichen der Relegation in der Hand der Elf von Trainer Jürgen Margref gelegen, weil Essen dann einen Punkt Vorsprung bei noch zwei Spielen gehabt hätte. Das schienen auch die Spieler zu wissen, denn sie schlichen mit hängenden Köpfen in die Kabine.

Was Niederwenigern am dringendsten brauchte, nämlich den schnellen Ausgleich, kam nur vier Minuten nach Wiederanpfiff. Gerade hatten die Hausherren nur den Außenpfosten des Tores von Daniel Paries getroffen, da kam Nico Plückthun zentral ganz frei an den Ball und vollendete mit einem satten Schuss zum 2:2 – so hätten die Sportfreunde wenigstens die zwei Punkte Vorsprung auf Essen gehalten und gute Chancen, den Relegationsplatz zu verteidigen.

Dass der Essener Sezer Dursun nach seinem zweiten Foul nach 57 Minuten mit Gelb-Rot vom Platz musste, half zunächst nicht weiter. Zu unpräzise kamen die Pässe der Sportfreunde, zu unkonzentriert gingen sie in die Zweikämpfe. Der eingewechselte Torsten Mand wurde dann zu einer wichtigen Figur. Erst provozierte er einen Foulelfmeter, nach dem Habib Kaya ebenfalls vom Platz musste und den Nico Plückthun sicher zum 3:2 verwandelte (78.). Und zwei Minuten vor dem Ende lieferte Mand die Vorlage zur Entscheidung durch das 4:2 von Marcus John. Daniel Ammersilge war der Schlusspunkt zum 5:2 (90.) vorbehalten.

Nach der Partie war die Erleichterung auch bei Fußball-Abteilungsleiter Bertold Pieper deutlich spürbar. „Zur Halbzeit standen wir schon mit einem Bein in der Bezirksliga“, sagte er. Umso mehr freute er sich über den Willen, den die Mannschaft in der zweiten Halbzeit an den Tag legte. Und jetzt scheint sogar wieder ein sicherer Landesliga-Platz greifbar. Denn der SV Burgaltendorf unterlag mit 0:2 beim SSV Sudberg, während Adler Osterfeld gegen Rot-Weiß Essen mit 2:6 verlor. Beide Mannschaften haben jetzt noch einen Punkt Vorsprung auf die Sportfreunde, die ein Team abfangen müssen, um sicher in der Liga zu bleiben. Jetzt geht es noch gegen Rellinghausen und Vohwinkel.

Tore: 0:1 Niklas Lümmer (13.), 1:1, 2:1 Habib Kaya (31., 38.), 2:2, 2:3 Nico Plückthun 49., FE 78.), 2:4 Marcus John (88.), 2:5 Daniel Ammersilge (90.).
Tgd: Fakhro, Kothe, Mingebach, Haximusa, Piljic, Kaya, Dursun, Bucuka, Colak (76. Durmaz.), Bauer, Büdeker.
SFN:
Paries, Angerstein, Ammersilge, Feldmann, Kniest, Tempel (46. Kizan), Machtemes (78. Mand), N. Lümmer, John, Plückthun, F. Lümmer (78. Schmischke).
Bes. Vorkommnisse:
Gelb-Rote Karte Sezer Dursun (Tgd, 58.), Gelb-Rote Karte Habib Kaya (Tgd, 78.).

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