Schwere Zeiten für die TSG Sprockhövel

Raoul Meister spielte 2012 mit der TSG schon in der Verbandsliga gegen Wattenscheid. Das Wiedersehen
Raoul Meister spielte 2012 mit der TSG schon in der Verbandsliga gegen Wattenscheid. Das Wiedersehen
Foto: WAZ FotoPool
Nach dem 1:4 bei den Sportfreunden Siegen ist die Stimmung im Keller. An ein Erfolgserlebnis gegen Wattenscheid 09 am Samstag ist nicht wirklich zu glauben.

Andrius Balaika muss kurz überlegen, als er gefragt wird, was ihn vor dem Aufeinandertreffen seiner TSG Sprockhövel mit der SG Wattenscheid 09 am Samstag (14 Uhr) optimistisch stimmt. Dann sagt er: „Es ist schwierig. Wir sollten nach letzter Woche keine großen Töne spucken.“ Die 1:4-Niederlage im Aufsteigerduell bei den bis dato sieglosen Sportfreunden Siegen hat der TSG das letzte Bisschen Selbstvertrauen geraubt.

Sprockhövel steht jetzt da, wo jeder Experte sie vorher einsortiert hätte: Ganz unten. Kein Sieg, schlechteste Abwehr, schlechtester Angriff. Regionalligatauglichkeit hat die junge Mannschaft nur ansatzweise bewiesen. Umso bitterer ist das für Balaika, weil er eben überzeugt ist, dass die Mannschaft genau diese Regionalligatauglichkeit durchaus besitzt: „Wir haben in Siegen vermeidbare Fehler gemacht. Ich bin der Meinung, dass wir in einigen Belangen weiter waren als die Sportfreunde.“

Dann kommt das Aber, und zwar ein richtig dickes Aber: „Aber dann kriegt man in so einem wichtigen Spiel vier Stück und dass obwohl der Gegner selber nicht weiß, wie er die Tore schießen konnte.“

Am Gegner lag es also nicht. Balaikas Botschaft: Nur die TSG selbst ist dafür verantwortlich, dass sie ganz unten steht und nur über eine Steigerung kommt sie aus der Situation wieder heraus. Doch ob sich schon gegen die SG Wattenscheid Besserung einstellt, darf hinterfragt werden. Und das hängt dann nicht mit der Schwäche der TSG zusammen, sondern mit der Stärke des Gegners.

Meister und Antwi-Adjej fallen aus

„Wattenscheid ist ein überragendes Team“, sagt Balaika. Für Regionalliga-Verhältnisse mag das Attribut ein bisschen hochgegriffen sein, allerdings ist durchaus erstaunlich, was in Wattenscheid passiert: Vergangene Saison hielt sich die SGW als Abstiegskandidat lange in der Spitzengruppe, baute erst am Saisonende ab und wurde Achter.

Die Mannschaft spielte so gut, dass sie für die 09er zu teuer wurde. Es folgten ein Ausverkauf und ein Neuaufbau. Doch Trainer Farat Toku hat wieder ein starkes Team, das nach einem 5:0-Erfolg über Rot-Weiß Oberhausen auf Platz fünf angekommen ist. Balaika: „Da haben sie ein überragendes Spiel gemacht. Die Mannschaft ist super zusammengestellt. Der Trainer schafft es aus den Jungs, die woanders vielleicht nicht den Sprung geschafft haben, eine Einheit zu formen. Das sieht man an den Ergebnissen und der Spielweise.“

Hier die SGW im Höhenflug, dort die TSG als Tabellenletzter. Was das für den Spielverlauf am Samstag heißt, ist Balaika klar: „Sie kommen mit breiter Brust zum Schlusslicht. In der Regel stört man den Gegner in so einer Situation früh, setzt ihn unter Druck“, erwartet Balaika aggressive Gäste.

Ein zusätzlicher Stimmungsdämpfer kam von Raoul Meister, der nach seinem Debüt in Siegen schon wieder fehlen wird. Dabei braucht die Mannschaft seine Erfahrung dringend. Balaika: „Er war einer der Wenigen, die in Siegen Normalform hatten, er hat ein gutes Spiel gemacht.“ Auch Jimmy Antwi-Adjej fehlt weiter. „Es sieht nicht so ganz rosig aus“, klingt Balaika niedergeschlagen.

Eines kommt aber nicht infrage: Aufgeben. Und deshalb gibt sich Balaika kämpferisch und findet doch noch etwas, was ihm Hoffnung macht: „Wir können in unseren Heimspielen den Gegner ärgeren. Das haben wir schon gezeigt und wir werden wieder alles geben.“

 
 

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